#Safebutugly 20.04.19

Die bevorzugt Biertrinkenden Bergsteigerburschen betraten behutsam befremdliches Berggebiet. Schon zu Beginn, galt es einen Fluss mit einer schwierig schwingenden Seilbrücke zu überqueren. Lucca musste natürlich übertreiben und sich in die Tiefe stürzen, doch er vergaß wohl den sichernden Klettergurt. Ohne eine leise Ahnung, welchen großen Fehler er begangen hatte, baumelte er seelenruhig über dem Fluss. Der selbst ernannte Hobbyfotograf führt plötzlich einen wilden Indianertanz auf und versuchte wild gestikulierend dem schwingenden Seilkletterer über den tosenden Fluss verständlich zu machen, dass er gerade unfreiwillig Gewicht abgeworfen hatte. Erste Vermutungen waren Handy oder Geldbeutel. Schnell wurde jedoch klar, dass die in Finnland erworbenen Musikbox, baden gegangen ist.

Die Suche wurde wegen reißenden Strömen abgebrochen.

Um nicht weiter wie ein fehlplatzierter Fahrradfahrer rüber zu kommen, wurde heute in die eigene Sicherheit investiert. Der Verkäufer riet Lukas lieber nicht in den Spiegel zu schauen. #safebutugly

Mit dem neu erworbenen Helm und ohne Box ging es heute entlang eines wilden Wasserfalls. Zufrieden lassen wir den Abend am Grill ausklingen.

Terve !

Komplette (Reiz)überflutung 19.04.19

Die Feiertage stehen an! Endlich Frühling und die beruflich gezwungenen zechenden Zimmerer begeben sich wieder auf „große“ Reise! Die von Lukas auf dem Silbertablett servierten Vorschläge, nahm Lucca mit geringer Kenntnisnahme dankend an.

Voller Vorfreude packten wir unsere Sachen. Mit unserem Schneckenhaus auf dem Rücken krochen wir über österreichische Landstraße in die Nähe unseres Zielortes „Mayerhofen“.

Beim bepacken des mobilen Hauses, bemerkten wir ein Plätschern aus der Wohnkabine. Panisch suchten wir nach dem Leck und stellten überrascht fest, dass das Bad/ missbraucht als Gepäckstauraum komplett unter Wasser stand. Lukas’s Schuhe schwammen wie ein U-Boot und steuerten Richtung Innenraum.

Der bildende Part, Zeitung, wurde leider in Lukas Schiffe investiert und sorgten für ein trockenes Schuhwerk in Österreich.

Nach jungfräulich engen Straßen und einem Minenartigen Tunnel (der Pickup passte wie die Faust aufs Auge durch ) fuhren wir mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 120 Litern in die Nähe von Mayerhofen, auf ein abgelegenen Berg und bereiteten unsere Nächtigung vor.

Zum entspannten Saisonstart, entschieden wir uns für einen griabigen Klettersteig Stufe D+ ( Klettersteige werden von A – E skaliert). Wir starteten direkt mit einem anspruchslosen Überhang und uns schoss das Adrenalin in den Körper.

Da das Lehrlingsgehalt knapp ist, mussten unsere Fahrradhelme mal wieder dran glauben. Belohnt wurden wir mit einem Bier und gratis Schnaps #mannimmtwasmankriegt auf einer Sonnenterrasse mit Bergpanorama.

Wir befinden uns nicht in Finnland und so sahen wir uns gezwungen einen Campingplatz aufzusuchen.

Wir freuen uns mal wieder den Blog zu aktivieren und hoffen auf unsere treueren Leser!

Wir sind wieder zurück 02.11.18

Wir haben beschlossen „Finnland2018“ auf einen „Erlebnisblog“ zu erweitern.

Kurzfristig (wie immer) beschlossen wir über ein verlängertes Wochenende nach Österreich zu fahren, um eine letzte Alpinerfahrung für diese Sommersaison mitzunehmen.

Wir fuhren (zur Abwechslung mal wirklich) mit dem Pick-up und der Wohnkabine (mit welcher es eigentlich nach Finnland gehen sollte, aber der TÜV uns einen Strich durch die Rechnung gemacht hatte) und kurzen selfmade Autoreperaturen, nach Österreich (Tirol) um die etwas illegalen Wildcamperverhältnisse auf die Probe zu stellen. Der eigentliche Plan: 3 Tage, 2 Wanderungen mit eingeplantem Klettersteig.

Nach knapp einem Tag Vorbereitung und inzwischen wieder normal gewordenen Lichtverhältnissen, sind wir im Dunklen an einem einsamen Parkplatz angekommen und duften zu unserer Vergnügung feststellen, dass wir weder Strom noch eine funktionelle Heizung zu Verfügung hatten. Mit Decken und Hopfenreicher Unterstützung haben wir uns durch die Nacht gekämpft.

So machten sich die zwei schlotternden schlafbedürftigen „Schneemänner“ auf den Weg zur Lamsenspitze und durften durch mangelhafte Recherche feststellen, dass der Weg aufgrund der Jahreszeit bereits geschlossen war. Wir begaben uns auf die Suche nach einem Wohnmobilreperarutfachgeschäft. Nach einigen Telefonaten und einem ausgemachten Termin, stellten wir mit Erstaunen fest, dass die Heizung plötzlich einwandfrei funktionierte. Aus diesem Grund, hatten wir dann doch das Bedürfnis, noch eine Wanderung zu starten.

So fuhren wir nach Mittenwald und weiter. Dort fanden wir direkt an einem kleinen Bach, einen bombastisch einzigartigen Platz in Österreich. Wir werden morgen endlich unsere Tour angehen.

Bilder folgen.

Grüße gehen an alle treuen fabelhaft, fiebrigen Finnlandfollower.

Im Leben kommt es manchmal anders als erwartet… 09.08.18

Aufgrund einer erschütternden Nachricht, mussten leider alle zukünftigen Pläne gecancelt werden! Nichtsdestotrotz wollten wir unserer Finnlandreise noch ein Höhepunkt setzen! Also beschlossen wir unser übrig gebliebenes Geld, so richtig auf den Kopf zu hauen. Wir tauschten spontan Zelt und Isomatte gegen Luxushotel und Designerbett. Auf nach Helsinki!

Wir konnten zum Glück noch kurz nach 23:00 Uhr Einchecken, durften dann auch noch Ali’s Gefährt für 27€ die Nacht abstellen #mangönnstsichjasonstnichts. Der erste Versuch am selben Abend noch ein kühles Bier zu trinken ging nach hinten los, da es weder genügend offene Bars gab noch Alkohol, der wird nämlich ab 03:00 Uhr nicht mehr ausgeschenkt #einechterbayertrinktkeinlightbier. Der zweite Tag begann mit einem kurzen Workout im hauseignen Fitness (Ja sogar Lucca machte mal mit). Mit den kostenlos ausgeliehenen E-Bikes, konnte Helsinki und die Bars in Ruhe erkundet werden. Da der Preis für Alkohol in Finnland unfassbar teuer ist, wäre es spätestens nach diesem Tag nicht mehr möglich die Reise fortzusetzen. Um noch einen drauf zu setzten begaben wir uns abends in das Hotelrestaurant und genossen ein super leckeres Abendessen (auch das Trinken kam natürlich nicht zu kurz). Kleiner Tipp: wir befanden uns im 3stelligen Bereich. Kurzfristig wie wir sind, haben wir nach dem Essen noch schnell die Fähre gebucht und leider einen Namen durch die Autokorrektur vermasselt (1. Name: Lukas Engelmayer, 2. Name: Lukas Neu)…Am nächsten Morgen genoss Lukas’s das vielfältige Angebot der Entspannungsmöglichkeiten und der lichtscheue Langschläfer Lucca, ruhte noch ein wenig. Das billige Angebot der Fähre, lies nur eine Abendfähre zu und so hatten wir noch viel Zeit die schöne Stadt zu besichtigen.

Auch wenn jetzt alles vorbei ist, sitzen wir auf dem Schiff und verlieren uns in den Gedanken an diesen wunderbaren Roadtrip/Campingurlaub/Rentiere/Wanderungen/Sonnenuntergänge/24/7 Helligkeit/Kälte/Wind/Wärme und einfach eine unglaubliche Zeit! Finnland ist ein absolut wunderschönes Land welches gerade mit seiner Vielfalt an unterschiedlichen Aktivitäten punkten kann. Auf der einen Seite, die unverwechselbare Natur, die gerade von Lappland bis Mittelfinnland, sehr unbesiedelt ist und man dadurch als Wildcamper nur wenig Probleme hat. Das Land bietet mit seinen „Tausend Seen“ reichlich Möglichkeit zum Angeln sowie Kanu- und Bootstouren (leider haben wir dies zeitlich nicht mehr geschafft). Finnlands Nationalparks überzeugen meist mit guten Unterbringungs- und Versorgungsmöglichkeiten und bieten unzählige Varianten, die Natur auf eine neue Art und Weise kennen zu lernen.

Gerade die schweren Rucksäcke, die harten Nächte auf der Ismomatte, die Raumorganisation in Ali’s Gefährt und die ständige Suche nach einem neuen Platz ließen uns an unsere Grenzen stoßen. Doch das ist alles hinnehmbar wenn man daran denkt, Finnland in 6 Wochen komplett bereist zu haben und wir dabei unvergessliche Augenblicke dazu gewannen.

Auf der anderen Seite Finnlands Metropole Helsinki, die den kompletten Kontrast bietet und förmlich dazu Einlädt sein Geld für alle Aktivitäten zum Fenster rauswerfen zu wollen. Super Restaurant, tolle Bars und eine Menge Einkaufsmöglichkeiten, wo mit Sicherheit für jeden etwas dabei ist (außer Souvenirs) #sorryfamily.

Wir sind sehr dankbar über die Erfahrungen die wir machen durften und Finnlands Gastfreundlichkeit!

Schwer in Worte zu fassen … 05.08-06.08.18

Der Tag gestern hatte sehr gut begonnen. Wir machten uns nach dem Frühstück ( Ja keine Mahlzeit auslassen ) #schönwäre’s auf dem Lihapyörre-Trail auf den Weg zu den Felsmalerein Hossa’s. Doch dieser Weg ähnelte eher einem gemütlichen Sonntagsspaziergang. Hauptsache wir rückten in voller Montur an… Angekommen konnte man sich die Malereien, welche vor 2.500Jahren an die Felsen gezeichnet wurden, aus geringer Entfernung in Ruhe betrachten und diese ohne Vorgabe für sich interpretieren! Macht euch doch selbst mal ein Bild davon … Am Parkplatz sprach uns eine finnische Wandersfrau an, fragte woher wir kämen und was wir noch vor hätten. Den englischen Part übernahm mal wieder der engagierte englischbegabte Lucca. Zum Ende des Gesprächs gab sie uns den Rat, wir sollen uns doch bitte, bevor wir wieder in die Heimat zurückkehren, ordentlich waschen und rasieren. #wirsindwohlwirklichsoätzendWir packten anschließend unsere 7.000 Sachen und begaben uns auf den Weg zum nächsten Abenteuer „Koli“. Wir ahnten, dass die Suche nach einem neuen Domizil schwer werden würde, doch die heutige Nacht setzte wieder einen drauf. Komplett ohne Schlaf und „leicht“ gereizt entschlossen wir uns nach über 20 abgeklapperten Plätzen und 15h Suche, unseren Kodex zu brechen und notgedrungen einen dieser „Campingplätze“ auszuprobieren. So konnten wir nach 6 Wochen endlich mal wieder warm duschen! #waseinluxus. Zumindest konnten wir dadurch auf der Fahrt unseren selbstgekochten Mitternachtsstopkaffe an einem Baummarkt trinken und das Frühstück auf einem abgesperrten Steg genießen.

Fressen, oder gefressen werden… 03.08.18

Kurzzeitig sind wir dann doch mal aus dem Fresskoma erwacht und haben uns aufgerappelt, den heutigen Tag kurz wiederzugeben ( hoffentlich nicht das Essen von heute auch noch). Wir haben uns definitiv für das „Fressen“ in der Überschrift entschieden. Selbst nach 6 Wochen Finnland bzw. 21 Jahren Lebenserfahrung, schaffen wir es nicht angemessene Portionen für 4 Personen zu kochen, sondern fühlen uns verantwortlich für eine türkische Großfamilie auszusorgen #noracism#allemenschensindgleich! Was ein Glück, dass man die Reste wieder zurück in den Kühlschrank stellen und morgen nochmal essen kann! Nicht!

Wieder stand ein Einkauf an, doch diesmal fuhren wir in die andere Richtung… was sich ( mal wieder) als ein Fehler rausstellte! Soumusslami hat weder ein annehmbares Restaurant noch einen Pfandflaschenautomaten der funktioniert. Hierzu die kurze Erklärung: Wir stellten uns in eine lange Schlange voller etwas nach Urin, Schweiß und Alkohol stinkender Menschen, dessen Körperhygienestandart noch weiter unten war als unserer ( dass muss man erst mal toppen können). Einer der beiden Automaten war jedenfalls schon im Vorhinein defekt und es dauerte keine Minute, bis auch der andere seinen Geist auf gab. Bis erst mal das Kassenpersonal ein Auge drauf geworfen hatte, vergingen die ersten 20 Minuten. ( Die Frage, was noch mit dem angebrochenen Tag angefangen werden sollte, hatte sich hiermit erübrigt). Bis der Automat wieder voll funktionstüchtig war, mussten wir noch weitere 15 min warten! Ja wir standen noch in der Schlange, da wir leider auf unserem Pfand angewiesen sind! #zuvielgegönnt

Auf dem Rückweg hielten wir bei den sogenannten „silent people“. Es handelt sich dabei um „Vogelscheuchen“ ca 1.200 Stück, die mit gespendeten Klamotten bekleidet wurden. Die Köpfe bestehen aus Heu, welches direkt von der Wiese auf der sie platziert sind, geerntet wurde. Der Künstler selbst, hat keine genaue Interpretation für diese Art von Kunst, und überlässt somit jedem seine eigene. Einmal im Jahr werden diese Figuren entkleidet und so stehen dann mehr als 1000 Kreuze auf dem Feld! Es herrscht eine sehr mystische Stimmung dort!

Der Regen ist nun (endlich) eingetroffen und unser tolles Tarb schützt uns ( hoffentlich weiterhin ) vor Wind und Regen! Die Temperaturen sanken rasch auf 16 Grad! Aber es geht ja immer noch tiefer…