Einfach mal durchhängen 31.07.18

Zu diesem Moto, machten wir es uns heute zur Aufhabe die ( immer mitgeschleppte ) Campinghängematte, endlich mal aufzuspannen. Dumm und Dümmer kamen mit der Aufhängung ( die ja ach so einfach zu montieren sein soll #Probstoviola) nicht wirklich klar und so versuchten wir die Matte irgendwie zu spannen. Natürlich probierte der stabile Stuhlbrecher in einem unbeobachteten Moment die „fertig“ angebrachte Hängematte aus. Doch so durfte er von unten aus feststellen, dass der Knoten wohl nicht fachgerecht angebracht war ( oder er mal wieder zu schwer für solche Späßchen ist) und dass, obwohl er dasNaturfitness zum wiederholten Male nutze! Die lustlose Leseratte hatte dagegen die Mitgliedschaft im „Ein-Hantel-Studio “ mit einem schadenbewussten Lächeln gekündigt und verbringt so die meiste Zeit im Campingstuhl. Der Fluch des brechenden Stuhls, wurde zur Abwechslung mal auf den scheinbar doch sportbedürftigen übertragen. Zum Glück sind wir mittlerweile geübt im Sitzgelegenheiten ( kurzfristig ) reparieren. Hoffentlich gibt es ab dem 10ten gekauften Stuhl, einen Gratis.

Bei der gestrigen Betriebsfeier, machten sich die extremen Temperaturunterschiede von tagsüber 31 Grad und nachts 8 Grad stark bemerkbar, sodass der vorgegeben Dresscode nicht einhaltbar war.

Mal wieder stand das Wäschewaschen ganz oben auf dem Programm. Man muss dazu sagen, das diese Prozedur viel Zeit und Mühe in Anspruch nimmt und dafür das Ergebnis fast so dreckig ist wie unser Humor. Aber zum Glück riecht sie frisch! #wirtreffenehkeinemenschen

Da der nächste Supermarkt 1 1/2 h von uns entfernt liegt, wurde gestern ein Großfamilieneinkauf gemacht ( sollte sogar mal 3 Tage reichen). Die Schwierigkeit liegt darin, ohne einen Kühlschrank auszukommen! So gibt es am Tag des Einkaufs Fleisch mit Fleisch und die restlichen Teile vegetarische Kost! Dass stellt uns vor das größte Problem, da uns keine Rezepte außer „Beilagen“ einfallen. So gab es heute einen halben Kilo Milchreis für die fleischvernatischen Ferienfinnen!

Mit Hilfe von Kartenspielen, werden die Reste der Betriebsfeier gekillt!

Auf der Suche nach den Spuren des Bären 29.07.18

Diesmal hatten wir es einfach, da wir unsere Tour direkt vor der „Haustür“ starten konnten. Voller Vorfreude machten wir uns auf den Weg ins Ungewisse. Quer durchs Unterholz, versuchten wir uns durch den finnischen Dschungel zu schlagen und dabei die Orientierung nicht zu verlieren #stattkompassgooglemaps. Gar nicht so einfach in den Tiefen des Waldes, wo jeder Baum dem anderen gleicht nicht in Panik zu geraten. Der zusätzliche Gedanke an Bären und Co. erleichtert die Situation nicht unbedingt! Auch wenn man sie nicht sieht, weißt du, dass sie dich dafür wahrnehmen und wittern. Als kleine Zusatzinformation: Kuusamo gilt als das bärenreichstes Gebiet Finnlands. Immer auf der Suche nach Spuren eines Bären (Kratzspuren, Pfotenabdrücke und Kot) ging es immer weiter ins Nichts. Wir entdeckten auf einem Felsen ein großen Tierschädel (den Lucca unbedingt mitnehmen wollte), sowie Skeletteile von Rentieren. Zumindest vermuten wir das. #zumglücknochnichtunsere. Aber wir haben uns ausgiebig über das richtige Verhalten bei einem Kontakt mit Bären informiert. Angekommen an einem See (was sonst) verbrachten wir eine Stunde damit den richtige Ort zu finden, um uns auszubreiten . Der ausgewählte Platz schlug auf wenig Begeisterung, denn das Gestrüpp steht so hoch, dass es schwierig ist irgendwo ein Sitzplatz zu finden.

Um uns etwas zu beschäftigen, reisten wir ins Kindergartenalter zurück und bastelten was das Zeug hielt. Da wir nun seit fünf Wochen unterwegs sind und nur wenig Kontakt zu Menschen haben, schnitzten wir uns ein neues Gruppenmitglied: „Theodor“. Er ist ähnlich schweigsam wie wir… Auch Lucca ließ seiner Kreativität freien Lauf (siehe Anhang) #wirschämenunsfürnichts.

Wir bleiben dann doch lieber beim Original! 28.07.18

Die Nacht verlief zum Glück für denn kranken, kurzzeitig kotzenden Kerl,recht friedlich. Ein Problem kommt jedoch selten alleine und so kündigte sich das zweite an. Auf der Suche nach geeigneten Stämmen für das geplante Floß, wurde Lucca (direkt am Pickel) von einem unbekannten fliegenden Etwas gebissen und klagte erst mal nur über schmerzen. Wir begannen nichts ahnend das Frühstück bis die morgendliche Idylle von Lukas dreckigen Gelächter durchbrochen wurde. Das Gesicht des Gebissenen schwoll auf gefühlt das doppelte an! (erst war unklar ob dies nicht doch durch die rapide Gewichtszunahme kam) Die Lösung lag jedoch auf der Hand, da sein Gesicht wieder in die Ursprüngliche Form zurück ging.

Wir informieren uns im Internet über mögliche Aktivitäten in Kuusamo und stießen auf eine abscheuliche Art, wilde Tiere ( Bären, Füchse, Luchse) beobachten zu können. Diese leben jedoch nicht in ihrer ursprünglichen Umgebung sondern in Käfigen und dienen als reine Touristenattraktion. Finnland hat wohl doch auch eine negative Seite die wir in keiner Weise irgendwie unterstützen wollen. #nurwildetieresindglücklichetiere. Deshalb fuhren wir zu einer Rentier-Huskyfarm, um unter hoffentlich besseren Bedingungen näher an die faszinierenden Tiere zu gelangen. ( Lucca kippte sich noch vor der Tür eine Flasche Wasser über die Hose, damit das ganze auch noch peinlicher wird). Angekommen sahen wir aber nur ein Privathaus. Skeptisch und mit nasser Hose klopften wir an der Tür und ein Mann in Jogginghose öffnete uns. Wir mussten feststellen, dass die Farm nur im Winter geöffnet hat und wir den weiten Weg um sonst gefahren sind #nichtsneues.

Daheim angekommen pumpten wir unser Ersatzfloß auf und stürzten uns in die Fluten. ( siehe Anhang ). Auch hier hatte Lucca aufgrund seiner etwas geringen Körpergröße Probleme voran zu kommen.

Der wieder „fitte“ Wildcamper besuchte das Naturfitnessstudio und Lucca startete einen neuen Versuch mit seiner Angel. Nach einiger Zeit hörte man aus dem Wald ein aufgeregtes Geschrei. Er hatte endlich einen Fisch am Haken und brachte ihn ( nicht mehr ganz lebendig ) stolz zum Camp. Mit professionell geübten Schnitten wurde der Fisch entnommen und zum Verzehr geeignet zubereitet. Keiner war sich sicher, ob die Galle bei dem Gemetzel beschädigt wurde. Doch der Fisch schmeckte in der Salzkruste fantastisch wenn auch ein wenig klein (23 cm). Daher ergänzen wir das abendliche Grillen mit 9 Schweinen und 4 Hühnern. Zufrieden und gesättigt genießen wir den Abend am (Mini) Feuer.

Morgen geht es dann das erste mal für mehrere Tage in die wirkliche Wildnis Finnlands. Ohne gekennzeichnete ( oder vorhandene ) Wege hoffen wir auf ereignisreiche Tage und ein heiles zurückkommen.

Opps he did it again… 27.07.18

Der seltsame schwergewichtige Stuhlbrecher hat wieder zugeschlagen! Und so befindet sich der 4. Gesäßhalter auf dem kuriosen Friedhof der Campingstühle. Der letzte hatte mit allerlei Stützen und Tapepassagen sein bestes versucht, doch ist unter dem massiven Gewicht mal wieder zusammengebrochen… Schade Lukas hatte sich schon fast an die Buddha Sitzpostion knapp über dem Boden gewöhnt. Falls die Frage aufkommt warum wir jedes Mal auf billig Materialien zurückgreifen, Finnland besitzt keine auffindbaren Campingläden. Das ganze ist dadurch ein Spiel gegen die Zeit.

Wir nutzten die freie Zeit um nach neuen Spots für geeignete Aufnahmen zu suchen. Der „zufällig“ auf dem Weg liegende Italiener wurde natürlich nur wiederwillig angenommen #mangönntsichjasonstnichts. Mit neuem Campingstuhl und geschossenen Bilder ging es dann zurück zum Basecamp.

Um selber mal den Überblick zu behalten was schon alles zu Bruch gegangen ist, haben wir eine kleine aber feine Bestandsliste zusammengestellt:

Stuhl 1 –> Übergewicht

Stuhl 2 –> siehe Stuhl 1

Stuhl 3 –> siehe Stuhl 2

Stuhl 4 –> siehe Stuhl 3

Lukas’s Zelt –> durch die abgerissene Schnur am Reißverschluss, lies sich das Zelt nur schwer öffnen und da er nicht der Geduldigste ist, riss das Fliegengitter entlang der Öffnungslinie (Tape hat auch hier sein Nutzen).

Isomatte –> Übergewicht

Campingtisch –> aufgrund des Kochens stark deformiert und ein klitze kleines Loch wegen der Mückenkerze

Topfdeckel –> vor dem Autohaus ist der Glasdeckel beim öffnen des Kofferraums herausgefallen und direkt vor den Neuwägen in Tausend Teile zersprungen. Jap war gut peinlich…

Ali’s Gefährt –> hin und wieder mal ein paar Wehwehchen. Hält sich aber wacker!

Um sich gegenseitig nicht umzubringen, sind wir zu dem Entschluss gekommen mal wieder eine kleine Auszeit von einander zu nehmen. So machte sich Lucca auf den Weg, um neue Seen mit dem Blinker nach Fischen abzusuchen. Er hatte jedoch mal wieder kein Glück gehabt. Trotz des zwischenzeitlichen Kurztrips zum nächsten See, blieb der Erfolg aus.

Dr. Sommer kam heute auch mal wieder zum Einsatz, da es ein kranken Wildcamper im Lager gibt. Er verschrieb zum Abendessen: Trockenen Reis um den Magen nicht weiter negativ zu beanspruchen. Zusätzlich Bettruhe ohne Bett.

Die Wolken hängen heute genauso tief wie die Stimmung.

Alles perfekt! Oder doch nicht? 26.07.18

Zum gestrigen Abend: wir hatten uns dazu entschieden, für unsere Verhältnisse früh schlafen zu gehen und so legten wir uns in die Zelte, welche in einer 45 Grad Schiefenlage aufgestellt wurden. Lukas hatte einige Versuche gebraucht um seine Isomatte an die Schräglage anzupassen. Die scheinbar perfekte Position wurde ihm zum Verhängnis! Die Luft strömte aus allen Nähten und so lag er auf dem verwurzelten Boden. Er versuchte Lucca aus seinem Halbschlaf zu reißen, um ihn für eine Reparatur der Isomatte zu aktivieren. Doch seine monoton verschlafende Antwort animierte niemanden. Am Boden zerstört, versuchte Lukas sich den Gegebenheiten des Geländes anzupassen und so zu nächtigen. Er wachte mit einem S-Rücken und einer leicht nach vorne stehenden Schulter auf.

So fiel das geplante Floßbauen heute aus (der letzte Versuch hätte unser Körpergewicht nicht stemmen können) und wir machten uns auf den Weg zu Finnlands „Tschibo“, Primsa. Wegen des All-round Konzeptes gibt es leider nur eine geringe Auswahl und diese relativ billig… Zur Info Lukas ist 194 cm groß und liegt nun auf einer 183 cm großen Isomatte #mankannsichjavorstellenwiedasaussieht. Die zusätzlich neuerworbenen Luxusartikel (Luftmatratzen) passen leider wegen der Breite nicht ins Zelt (immerhin die Matratzen), hätten wir mal davor abmessen sollen… Und werden wohl morgen als Ersatzfloß dienen müssen.

Unser Naturparadies eignet sich auch als guter Angelspot. Jedoch hat sich Lucca’s gefangener Fisch kurz vor dem Beweisfoto vom Haken gelöst. Wir hoffen auf einen neuen guten Fang.

Apua! Apua! Es gibt wieder Rentiere 25.07.18

Gestern Abend kochten wir die zweite Runde Seewasser auf, um während der heutigen Tour kühles Wasser trinken zu können ( absoluter Luxusfaktor). Jedoch wurde die eigentlich geplante Wassermenge durch ein kleines Missgeschick „minimal“ verringert. Wer die Schuld des Vorfalles trägt, hat Richterin Barbara Salesch noch nicht entschieden. Die Verhandlungen laufen noch. Da der Gaskocher etwas schief stand und auch der Topf nicht optimal platziert wurde (vorzeitiger Kompromiss), fiel dieser auf das Handy von Lucca. Der geschockte gehbegeisterte reagierte sofort und schnappte sich das betroffene Smartphone. Doch aufgrund der übertriebenen Schnelligkeit, flutschte es aus seinen Händen direkt in den See. Dank seiner heldenhaften Hülle hat es das spontane Abtauchen unbeschadet überlebt #propstothelifeproofcase. Lukas Verbrennungen 4ten Grades an der Hand, rutschten dabei in den Hintergrund und so musste er ohne Mitleid mit den Schmerzen klarkommen. Im Informationszentrum gab es zum Glück genügend Steckdosen um jegliche Elektrogeräte zu laden. So wurde aus einer Handzahnbürste eine Elektrische. Unser nächster Nationalpark liegt etwas nördlicher und damit wieder im Rentierzuchtgebiet. Das macht die ganze Sucherei nach einem neuen Schlafdomizil etwas erträglicher. Wir haben heute an einem potenziellen Platz „Hausrentiere“ gesehen, die seelenruhig am Strand neben einem Mann gelegen haben, der seine Boote auf Vordermann gebracht hatte. #zumstreichelnnah“Relativ“ schnell fanden wir heute unseren Zeltplatz. Der einzige Haken: 57 Kilometer zum nächsten Supermarkt. Dementsprechend teuer sind dort die Preise. Hier ein paar Beispiele:

  1. Ayinger Bier: 4€
  2. Zahnpasta 6€
  3. Packung Nudeln 2,50€

Trotzdem wurde (leider) nicht an Lebensmitteln gespart. Heute war es das erste mal richtig eng mit dem Tank, denn wir hatten noch 60 Kilometer übrig und die nächste Tankstelle war 50 Kilometer entfernt. Zudem benötigt unser Gefährt Motoröl. Die Suche gestaltet sich schwieriger als gedacht, da Tankstellen grundsätzlich ohne menschliche Arbeiteskräfte geführt werden und das Werkstätten auf Googlemaps scheinbar nur in Amerika vorhanden sind . Hoffen wir mal das Beste!

Bewertung des Rukua-Nationalparks:

Natur:

  • Geologisch sehr interessant
  • Abwechslungsreiches Gelände
  • Toteiskessel perfekt zum Baden und Wasser abkochen

Schwierigkeit:

  • Etwas hügelig aber gut machbar

Dauer:

  • Zwei Tage

Gastfreundlichkeit:

  • Sehr freundlicher Touristeninformant
  • Gut ausgeschilderte Wege
  • Leider keine Außengrillplätze und Sitzmöglichkeiten an unseren Zielorten
  • Behindertengerechte Toiletten vorhanden