Trotz Coronatrotz 25.04.20

Wir sind’s wieder, die Naturburschen. zurück aus dem weichen wichtigen Winterschlaf direkt in die plötzlich panische Pandemie. Vorbildlich wie Dick und Doof sind, ließen sich die beiden braven Buben für einige Wochen einkerkern. Doch danke der Lockerung seitens der Regierung, mussten wir nur ein wenig an unserem Sportprogramm feilen und einige Investitionen tätigen #mangönntsichjasonstnichts. Denn guter Rad ist teuer.

Aus Bergen wurde Flachland und aus Klettergurt ein (schmerzhafter) Fahrradsattel.

Nicht nur vom Schock, sondern auch in der Mitte getroffen, trafen wir uns in Ingolstadt auf eine richtig racige Radtour, auch wenn auf ein gewissen Abstand geachtet werden musste. Um die Entfernung von 1,50m grob einschätzen zu können, konnte man sich an Lucca‘s Körpergröße orientieren.

Mit übertriebenen viel Überlebensmitteln ging es dann also los. Orientierungslos irrten wir im Kreis. Und kaum ließ man Lucca für einige Sekunden aus den Augen, stolperte der tollpatschige Tulpenjäger direkt ins Blumenmeer. Doch als die Singeltrails gefunden waren, gab es nur ein Gas, Vollgas. Der Jahrelang erfahrenen Zweiradbergabfahrer Lucca, versuchte seinem käsigen (jetzt roten) Kumpanen ein paar Tricks und Tipps ans Herz zu legen. Doch dieser war eher damit beschäftigt das Fahrttempo hochzuhalten und so kam es wie es kommen musste und die beiden rüpelhaften Radsportler stießen auf die erste herrlicher Herausforderung (Lukas). Lucca meisterte die Steile Talfahrt mit Bravur und ließ den verzweifelten Neuankömling am Start stehen. Nach minutenlanger Überzeugung und einigen Startversuchen schoss Lukas direkt hinterher. Von zwei Einheimischen geführt mussten wir uns zum Glück nicht auf Karten und Co verlassen.

Zur Belohnung gab es Kaffee und Brezl

an der Donau mim Spezl

Gut Rad

The time of silence 17.08.19

Zum gestrigen Ereignis:

Nach einer sieben stündigen Autofahrt wollten wir uns noch schnell mal die Beine vertreten. Fehlendes Equipment wie Stirnlampen und Lebensmittel, wurden noch kurz vor Ladenschluss besorgt!

Zur Abwechslung mal gut im Zeitplan haben wir die auf dem Rücken zu tragenden Taschen mit dem prächtigen Proviant befüllt und so sollte es dann also los gehen!

Doch es wären nicht wir, wenn alles glatt laufen würde! Lucca ( wer sonst ) öffnete voller Euphorie seine teuere tragbare Taschenlampenverpackung und ihm viel voller Schrecken, der fehlende Stirnstrahler auf. Nach einigen enttäuschenden Anrufen, musste MC Gyver mal wieder sehr tief in die Tricktasche greifen! ( siehe Anhang )

Der scheinbar doch nicht so laufbegeisterte Lucca durfte nach bereits 30 Minuten schweißgebadet ( siehe Anhang ) seine erste Haferkraftriegelpause antreten!

Am ersten nicht nötigen Notausstieg wurde die kurzärmlige Oberkörperbedeckung gegen „frische“ langärmelige Shirts ausgetauscht. Schon da bemerkte Lucca ( wer sonst ) einen ihn bereits bekannten Duft! Sein Gipfeldosenbier hatte sich in der Tasche verteilt. Das lässig lockere Langarmshirt roch so wie nach einer etwas eskalierenden Kneipentour!

Die grandiose Sicht auf Salzburg bei Nacht, ließ die kommende Müdigkeit in den Hintergrund treten. Selbst der Regenschauer konnte uns nichts anhaben und so ging es den schier unerklimbaren Höhenzug mit starkem Gegenwind nach oben!

Gegen Mitternacht am Gipfel an einer windgeschützen Stelle angekommen, genossen wir unsere wohlverdiente Brotzeit mit Wurscht, Bier, Gemüse und Kaffe!

Wir ahnten bereits, dass der anstrengende Abstieg eine Tortur werden würde! Nach 3 Stunden, einen Kuhangriff, 12 Sumpfübergänge, 7 fast gerissenen Bändern, 10 Schreckanfällen verursacht durch vermeintliche Gestallten und bis zum Anschlag gereizten Nerven kamen wir zerstört am Parkplatz an!

Kleines Zitat am Ende: „Falls ich stürze, lass mich zurück ich muss schlafen“

Ab in den Süden

Die schreibbegeisterten spontanen speziellen Sportler springen hoch motiviert in ihr bekanntes Schneckenmobil, um sich in österreichs Alpinenlandschaft erneut zu beweisen.

Es ist genull nau Uhr. Und jetzt zum Wetter. Das Tiefdruckgebiet Thorsten macht sich mit erhöhter Regen- und Gewitterwahrscheinlichkeit auf den Weg über österreich Gebirgskette und sorgt in der kommenden Woche für unbeständiges Wetter mit wenig Sonnenstunden“ und hiermit zurück ins Studio“

Wie immer für alles gewappnet ( Packen ist ja bekanntlich nicht unsere Stärke) wurden Bergschuh und Klettergurt gegen Strandbier und Zehtrenner eingetauscht!

Hoch motiviert ging es also nach Bella Italia. Durchgegart ohne Klimaanlage und mit mehr Glück als Verstand, strandeten wir an einem dezent überlaufenden Familiencampingplatz.

Der erste Abend an der touristischen Strandpromenade startetet mit einem lockeren Abendmarsch. Angekommen in der ersten Bar, wurde uns zu unserer reichlichen Rechnung zusätzlich noch ein trauriger teurer Toast an den Tisch gebracht ohne ihn bestellt zu haben. Trotz anhaltender Reklamation zogen wir am Ende den kürzeren!

Ein paar Übernachtungen später kamen Dick und Doof auf die Idee den italienischen Bergen ein bedeutsamen Besuch abzustatten! Ohne jegliche Vorbereitung bzw überhaupt ein Ankunftsziel machten sich die beiden bayerischen bergbegeisterten Buben auf ins Unbekannte! Nach einer Stunde Fahrt und gefühlt 100 Absagen von Campingplätzen wurde uns schnell klar, dass die Zehentrenner wohl bestehen bleiben werden.

So ging es nach Cavallino-Treporti und unser Sportdefizit wurde durch Traniningseinheiten beim Einhantelfitnessstudiotrainer Lukas und Wettkämpfen im Beachvolleyball ausgeglichen!

Heute werden wir auf dem Rückweg unseren ersten Nachtklettersteig antreten! Bericht folgt

Griabige Gipfelübernachtung 22.06.19

Vier Tage frei, schlechte Ideen herbei, denn im Hirn nur Brei.

Der eigentliche Plan war es, einen Keller in Voralberg zur Partyhochburg umzubauen und den gierigen Geldbeutel zu füttern. Doch der Karmagott schlug Lukas direkt ins Gesicht und bescherte ihm in drei Tagen, 2 Wespenstiche im selben Moment, +zwei Schnitte, wovon einer genäht werden musste. So hatte sich das Arbeiten schnell erledigt.

Was ein Zufall, dass unsere Reise nach Finnland vor genau einem Jahr begann. Aus gegebenem Anlass, kamen wir auf den grandiosen Einfall uns wieder einmal als Packesel zur schau zu stellen und eine Gipfelübernachtung in den wunderschönen Alpen zu planen. Da wir zum Übertreiben neigen, packten wir vielleicht ein wenig mehr als das „Nötigste“ ein.

Packliste für eine Nacht pro Person:

1. Zelt

2. Klamotten für ca. 3 Tage

3. ein Bier

4. 1 Ster Holz (auf zwei Rucksäcke verteilt, siehe Anhang)

5. 1 Kilo Gnocchis

6. Soße

7. Hühnersuppe

8. ein Bier

9. Geschirr

10. Schnaps (natürlich nur gegen die Kälte)

11. zu viel Wasser

12. ein Bier

13. Musikbox

14. Tolles Tarp

15. Isomatte

16. ein Bier

17. Schlafsack

18. Wechselschuh

19. kleiner Klappstuhl (7€ bestens Investiert)

20. Hundefutter

21. ein Bier

22. Gaskocher (ohne Gasflasche)

23. Mülltüten

24. Kaffee (ganz wichtig)

25. Milch + Müsli (keine Haferflocken)

26. ein Bier

Die hemmungslosen Hochgebirgsträger kamen auch mit dem doppelten Körpergewichts an. Der kleine Bergsee glich trotz des Sommerbeginns, dem schollenreichen offen Meer der Antarktis. Wir schlugen unsere Zelte auf und machten uns auf die Suche nach Stützen für unser tolles Tarp. Diese werden wir wohl unserer Packliste hinzufügen müssen.

Bei der Vorbereitung des Abendmahls durften wir feststellen, dass der neuerworbenen Gaskocher ohne die notwendige Kartusche nach Oben geschleppt wurde. Doch aufgrund der erworbenen Survivalkenntnisse aus Finnland, kochten wir über dem offenen Feuer unsere Italienische Küche. Das gefährliche Gipfelgewitter sorgte für ein unvergessliches Erlebnis unter dem tollen Tarp.

Daheim angekommen, nutzten wir das schlechte Wetter und investierten einige Stunde für einen unverwechselbaren Schweinebraten mit selbstgemachte Knödeln und Rotkraut. Leider im negativen Sinne, erreichte das Essen den Gesamtschnitt von 4,2.

Ein Tag am Fels 01.06.19

Eine neue Enttäuschung war, dass uns die Touristinformationsdame zwar in der Nähe den ein oder anderen Klettersteig nannte, aber diese meist wegen der anhaltenden Schneemassen geschlossen bleiben. Die kletterlustigen kickbedürftigen Kaltbiertrinker ließen sich davon aber nicht abhalten, die anspruchsvolle Kraftprüfung am neu gesichteten Hausberg anzutreten.

Mit der Idee im Hinterkopf den Hirschberg zusätzlich zu besteigen, packten wir unsere Rucksäcke bis zum Anschlag mit essbaren Proviant und schaumigen Stimmungsmachern voll.

Auf der Hälfte des Steigs trafen wir auf ein junges Paar, dessen weibliche Rolle sich als deutlich dominant ambitionierter Part herausstellte und ihren kraftlosen Kuschelpartner rücksichtslos hinter sich her zog. Trotzdem wurden gegenseitige Erlebnisse ausgetauscht.

Statt des Hirschbergs, haben wir den Einstündige Klettersteig überraschenderweise drei mal bezwungen.

Die Idylle der Alpen wurde leider durch eine Moped-Marathon gestört. Immer wieder krochen die offensichtlich trinkfreudigen tuckernden Tanten den steilen Hang hinauf. Als Entschädigung bekamen wir ein sogenannten „Bergsteigerschnaps“ da wir, Zitat: „aussehen als könnte man uns duzen“.

Morgen geht es wieder Richtung Heimat.

Die längsten 45 Minuten 31.05.19

Ein verlängertes Wochenende steht an und die beiden Berg begeisterten bayerischen Buben wollten die im Winter verloren gegangene Kondition mal wieder zum Leben erwecken und den fleißig angefressenes Ranzen wieder hinter die Gurtschnallen des Rucksacks packen!

Der erste Tag unseres Kurztrips ähnelte sehr unserem Finnischen Lifestyles! Viele Getränke, wenig Gedenke! Aber wer es nicht im Kopf hat, hat es ja bekanntlich in den Beinen… diese wurden heute reichlich benutzt! Laut diesem Internez, sollte der Klettersteig 45 Minuten dauern! 7 h später sitzen wir erschöpft aber zufrieden im Auto.

Dank einer netten einheimischen Wandersfrau, die ungefragt zu einer Dritten Pfadbegleiterin wurde, haben wir überhaupt den schwer auffindbaren Einstieg gefunden! Dieser schlammbedeckte Hang war aber anstatt mit einem Seil zum hochziehen, nur mit umgestürzten Bäumen übersät!

Entlang eines Baches und inmitten einer tiefen talverbundenen, tropfenden Schlucht, galt es den ersten Part unseres Route zu bewältigen. Doch leider stiegen wir eine Station zu früh aus und durften mit großer Begeisterung einer langen Teersstraße folgen! Motzend und keifend begegnetet wir dort unerwartet wieder auf unseren Österreichischen Engel, die uns den nächsten Einstieg schilderte!

Trotz der schlechten Beschilderung und mangelhafter Ortskenntnisse, meisterten wir den kurzen knackigen Klettersteig „Kapf“mit bravur und wagten uns sogar im Abstieg an den parallel laufenden Klettersteig „Kessi“ als kleines Gutti für den letzten Kick!

Danke an den Karmagott für das gute Wetter heute!

o

Neues wagen 25.05.2019

Um die Alpen nicht zu überlasten, planten wir ein Klettersteig in der Umgebung von Nürnbersch zu erklimmen. Lukas wollte heraus finden, ob es auch im scheinbar faden, fränkischen Flachland eine Herausforderung für seine Kletterkünste gibt. Getrieben durch die Enge der Südstadt, folgte der bayrisch Bier bevorzugende Bergfreund Lukas dem Ruf der Wildnis und durchstöberte das Internet nach Klettersteigen in Nürnbergs Umgebung.

Lucca setzte seine vier Räder in Bewegung und steuerte in Richtung Neuland. Um der fehlenden Intelligenz ein Schritt voraus zu sein, beschlossen wir, alles sonst übliche daheim zu lassen:

– Wasserflaschen

– Wanderschuhe

– Wanderhosen

– Rucksäcke

– Brotzeit

Voller Motivation legten wir unsere überlebenswichtige Ausrüstung an und Dick fragte Doof wo denn seine Handschuhe seien. Wenig überrascht erfolgte ein erfinderischer Einfall. Das neue Design eines ursprünglichen Gartenhandschuhes (sie Anhang) überzeugt (oder auch nicht) nun mit fabelhafter Fingerfreiheit.

Keiner der „erfahrenen“ Alpinisten traute dem Berglosen Gelände jegliche Art einer Herausforderung zu. Doch schon am ersten Felsen wurde klar, dass die grandiose Idee heute mal in Sportschuhen und kurzer Hose zu klettern, sich als komplett gestört herausstellte. Durch die unerwartet schwierig Passagen rutschend und der neuen Erfahrung, auch mal Bergab zu klettern, wurden wir mit wunderschönen Ausblicken Belohnt.

Um sich mal wieder was zu gönnen #mangönntsichjasonstnichts gab es heute Abend selbstgemachte extravagante Burger.

Schee wars aber where is the Gipfel ?!

#Safebutugly 20.04.19

Die bevorzugt Biertrinkenden Bergsteigerburschen betraten behutsam befremdliches Berggebiet. Schon zu Beginn, galt es einen Fluss mit einer schwierig schwingenden Seilbrücke zu überqueren. Lucca musste natürlich übertreiben und sich in die Tiefe stürzen, doch er vergaß wohl den sichernden Klettergurt. Ohne eine leise Ahnung, welchen großen Fehler er begangen hatte, baumelte er seelenruhig über dem Fluss. Der selbst ernannte Hobbyfotograf führt plötzlich einen wilden Indianertanz auf und versuchte wild gestikulierend dem schwingenden Seilkletterer über den tosenden Fluss verständlich zu machen, dass er gerade unfreiwillig Gewicht abgeworfen hatte. Erste Vermutungen waren Handy oder Geldbeutel. Schnell wurde jedoch klar, dass die in Finnland erworbenen Musikbox, baden gegangen ist.

Die Suche wurde wegen reißenden Strömen abgebrochen.

Um nicht weiter wie ein fehlplatzierter Fahrradfahrer rüber zu kommen, wurde heute in die eigene Sicherheit investiert. Der Verkäufer riet Lukas lieber nicht in den Spiegel zu schauen. #safebutugly

Mit dem neu erworbenen Helm und ohne Box ging es heute entlang eines wilden Wasserfalls. Zufrieden lassen wir den Abend am Grill ausklingen.

Terve !

Komplette (Reiz)überflutung 19.04.19

Die Feiertage stehen an! Endlich Frühling und die beruflich gezwungenen zechenden Zimmerer begeben sich wieder auf „große“ Reise! Die von Lukas auf dem Silbertablett servierten Vorschläge, nahm Lucca mit geringer Kenntnisnahme dankend an.

Voller Vorfreude packten wir unsere Sachen. Mit unserem Schneckenhaus auf dem Rücken krochen wir über österreichische Landstraße in die Nähe unseres Zielortes „Mayerhofen“.

Beim bepacken des mobilen Hauses, bemerkten wir ein Plätschern aus der Wohnkabine. Panisch suchten wir nach dem Leck und stellten überrascht fest, dass das Bad/ missbraucht als Gepäckstauraum komplett unter Wasser stand. Lukas’s Schuhe schwammen wie ein U-Boot und steuerten Richtung Innenraum.

Der bildende Part, Zeitung, wurde leider in Lukas Schiffe investiert und sorgten für ein trockenes Schuhwerk in Österreich.

Nach jungfräulich engen Straßen und einem Minenartigen Tunnel (der Pickup passte wie die Faust aufs Auge durch ) fuhren wir mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 120 Litern in die Nähe von Mayerhofen, auf ein abgelegenen Berg und bereiteten unsere Nächtigung vor.

Zum entspannten Saisonstart, entschieden wir uns für einen griabigen Klettersteig Stufe D+ ( Klettersteige werden von A – E skaliert). Wir starteten direkt mit einem anspruchslosen Überhang und uns schoss das Adrenalin in den Körper.

Da das Lehrlingsgehalt knapp ist, mussten unsere Fahrradhelme mal wieder dran glauben. Belohnt wurden wir mit einem Bier und gratis Schnaps #mannimmtwasmankriegt auf einer Sonnenterrasse mit Bergpanorama.

Wir befinden uns nicht in Finnland und so sahen wir uns gezwungen einen Campingplatz aufzusuchen.

Wir freuen uns mal wieder den Blog zu aktivieren und hoffen auf unsere treueren Leser!

Wir sind wieder zurück 02.11.18

Wir haben beschlossen „Finnland2018“ auf einen „Erlebnisblog“ zu erweitern.

Kurzfristig (wie immer) beschlossen wir über ein verlängertes Wochenende nach Österreich zu fahren, um eine letzte Alpinerfahrung für diese Sommersaison mitzunehmen.

Wir fuhren (zur Abwechslung mal wirklich) mit dem Pick-up und der Wohnkabine (mit welcher es eigentlich nach Finnland gehen sollte, aber der TÜV uns einen Strich durch die Rechnung gemacht hatte) und kurzen selfmade Autoreperaturen, nach Österreich (Tirol) um die etwas illegalen Wildcamperverhältnisse auf die Probe zu stellen. Der eigentliche Plan: 3 Tage, 2 Wanderungen mit eingeplantem Klettersteig.

Nach knapp einem Tag Vorbereitung und inzwischen wieder normal gewordenen Lichtverhältnissen, sind wir im Dunklen an einem einsamen Parkplatz angekommen und duften zu unserer Vergnügung feststellen, dass wir weder Strom noch eine funktionelle Heizung zu Verfügung hatten. Mit Decken und Hopfenreicher Unterstützung haben wir uns durch die Nacht gekämpft.

So machten sich die zwei schlotternden schlafbedürftigen „Schneemänner“ auf den Weg zur Lamsenspitze und durften durch mangelhafte Recherche feststellen, dass der Weg aufgrund der Jahreszeit bereits geschlossen war. Wir begaben uns auf die Suche nach einem Wohnmobilreperarutfachgeschäft. Nach einigen Telefonaten und einem ausgemachten Termin, stellten wir mit Erstaunen fest, dass die Heizung plötzlich einwandfrei funktionierte. Aus diesem Grund, hatten wir dann doch das Bedürfnis, noch eine Wanderung zu starten.

So fuhren wir nach Mittenwald und weiter. Dort fanden wir direkt an einem kleinen Bach, einen bombastisch einzigartigen Platz in Österreich. Wir werden morgen endlich unsere Tour angehen.

Bilder folgen.

Grüße gehen an alle treuen fabelhaft, fiebrigen Finnlandfollower.

Im Leben kommt es manchmal anders als erwartet… 09.08.18

Aufgrund einer erschütternden Nachricht, mussten leider alle zukünftigen Pläne gecancelt werden! Nichtsdestotrotz wollten wir unserer Finnlandreise noch ein Höhepunkt setzen! Also beschlossen wir unser übrig gebliebenes Geld, so richtig auf den Kopf zu hauen. Wir tauschten spontan Zelt und Isomatte gegen Luxushotel und Designerbett. Auf nach Helsinki!

Wir konnten zum Glück noch kurz nach 23:00 Uhr Einchecken, durften dann auch noch Ali’s Gefährt für 27€ die Nacht abstellen #mangönnstsichjasonstnichts. Der erste Versuch am selben Abend noch ein kühles Bier zu trinken ging nach hinten los, da es weder genügend offene Bars gab noch Alkohol, der wird nämlich ab 03:00 Uhr nicht mehr ausgeschenkt #einechterbayertrinktkeinlightbier. Der zweite Tag begann mit einem kurzen Workout im hauseignen Fitness (Ja sogar Lucca machte mal mit). Mit den kostenlos ausgeliehenen E-Bikes, konnte Helsinki und die Bars in Ruhe erkundet werden. Da der Preis für Alkohol in Finnland unfassbar teuer ist, wäre es spätestens nach diesem Tag nicht mehr möglich die Reise fortzusetzen. Um noch einen drauf zu setzten begaben wir uns abends in das Hotelrestaurant und genossen ein super leckeres Abendessen (auch das Trinken kam natürlich nicht zu kurz). Kleiner Tipp: wir befanden uns im 3stelligen Bereich. Kurzfristig wie wir sind, haben wir nach dem Essen noch schnell die Fähre gebucht und leider einen Namen durch die Autokorrektur vermasselt (1. Name: Lukas Engelmayer, 2. Name: Lukas Neu)…Am nächsten Morgen genoss Lukas’s das vielfältige Angebot der Entspannungsmöglichkeiten und der lichtscheue Langschläfer Lucca, ruhte noch ein wenig. Das billige Angebot der Fähre, lies nur eine Abendfähre zu und so hatten wir noch viel Zeit die schöne Stadt zu besichtigen.

Auch wenn jetzt alles vorbei ist, sitzen wir auf dem Schiff und verlieren uns in den Gedanken an diesen wunderbaren Roadtrip/Campingurlaub/Rentiere/Wanderungen/Sonnenuntergänge/24/7 Helligkeit/Kälte/Wind/Wärme und einfach eine unglaubliche Zeit! Finnland ist ein absolut wunderschönes Land welches gerade mit seiner Vielfalt an unterschiedlichen Aktivitäten punkten kann. Auf der einen Seite, die unverwechselbare Natur, die gerade von Lappland bis Mittelfinnland, sehr unbesiedelt ist und man dadurch als Wildcamper nur wenig Probleme hat. Das Land bietet mit seinen „Tausend Seen“ reichlich Möglichkeit zum Angeln sowie Kanu- und Bootstouren (leider haben wir dies zeitlich nicht mehr geschafft). Finnlands Nationalparks überzeugen meist mit guten Unterbringungs- und Versorgungsmöglichkeiten und bieten unzählige Varianten, die Natur auf eine neue Art und Weise kennen zu lernen.

Gerade die schweren Rucksäcke, die harten Nächte auf der Ismomatte, die Raumorganisation in Ali’s Gefährt und die ständige Suche nach einem neuen Platz ließen uns an unsere Grenzen stoßen. Doch das ist alles hinnehmbar wenn man daran denkt, Finnland in 6 Wochen komplett bereist zu haben und wir dabei unvergessliche Augenblicke dazu gewannen.

Auf der anderen Seite Finnlands Metropole Helsinki, die den kompletten Kontrast bietet und förmlich dazu Einlädt sein Geld für alle Aktivitäten zum Fenster rauswerfen zu wollen. Super Restaurant, tolle Bars und eine Menge Einkaufsmöglichkeiten, wo mit Sicherheit für jeden etwas dabei ist (außer Souvenirs) #sorryfamily.

Wir sind sehr dankbar über die Erfahrungen die wir machen durften und Finnlands Gastfreundlichkeit!

Schwer in Worte zu fassen … 05.08-06.08.18

Der Tag gestern hatte sehr gut begonnen. Wir machten uns nach dem Frühstück ( Ja keine Mahlzeit auslassen ) #schönwäre’s auf dem Lihapyörre-Trail auf den Weg zu den Felsmalerein Hossa’s. Doch dieser Weg ähnelte eher einem gemütlichen Sonntagsspaziergang. Hauptsache wir rückten in voller Montur an… Angekommen konnte man sich die Malereien, welche vor 2.500Jahren an die Felsen gezeichnet wurden, aus geringer Entfernung in Ruhe betrachten und diese ohne Vorgabe für sich interpretieren! Macht euch doch selbst mal ein Bild davon … Am Parkplatz sprach uns eine finnische Wandersfrau an, fragte woher wir kämen und was wir noch vor hätten. Den englischen Part übernahm mal wieder der engagierte englischbegabte Lucca. Zum Ende des Gesprächs gab sie uns den Rat, wir sollen uns doch bitte, bevor wir wieder in die Heimat zurückkehren, ordentlich waschen und rasieren. #wirsindwohlwirklichsoätzendWir packten anschließend unsere 7.000 Sachen und begaben uns auf den Weg zum nächsten Abenteuer „Koli“. Wir ahnten, dass die Suche nach einem neuen Domizil schwer werden würde, doch die heutige Nacht setzte wieder einen drauf. Komplett ohne Schlaf und „leicht“ gereizt entschlossen wir uns nach über 20 abgeklapperten Plätzen und 15h Suche, unseren Kodex zu brechen und notgedrungen einen dieser „Campingplätze“ auszuprobieren. So konnten wir nach 6 Wochen endlich mal wieder warm duschen! #waseinluxus. Zumindest konnten wir dadurch auf der Fahrt unseren selbstgekochten Mitternachtsstopkaffe an einem Baummarkt trinken und das Frühstück auf einem abgesperrten Steg genießen.

Fressen, oder gefressen werden… 03.08.18

Kurzzeitig sind wir dann doch mal aus dem Fresskoma erwacht und haben uns aufgerappelt, den heutigen Tag kurz wiederzugeben ( hoffentlich nicht das Essen von heute auch noch). Wir haben uns definitiv für das „Fressen“ in der Überschrift entschieden. Selbst nach 6 Wochen Finnland bzw. 21 Jahren Lebenserfahrung, schaffen wir es nicht angemessene Portionen für 4 Personen zu kochen, sondern fühlen uns verantwortlich für eine türkische Großfamilie auszusorgen #noracism#allemenschensindgleich! Was ein Glück, dass man die Reste wieder zurück in den Kühlschrank stellen und morgen nochmal essen kann! Nicht!

Wieder stand ein Einkauf an, doch diesmal fuhren wir in die andere Richtung… was sich ( mal wieder) als ein Fehler rausstellte! Soumusslami hat weder ein annehmbares Restaurant noch einen Pfandflaschenautomaten der funktioniert. Hierzu die kurze Erklärung: Wir stellten uns in eine lange Schlange voller etwas nach Urin, Schweiß und Alkohol stinkender Menschen, dessen Körperhygienestandart noch weiter unten war als unserer ( dass muss man erst mal toppen können). Einer der beiden Automaten war jedenfalls schon im Vorhinein defekt und es dauerte keine Minute, bis auch der andere seinen Geist auf gab. Bis erst mal das Kassenpersonal ein Auge drauf geworfen hatte, vergingen die ersten 20 Minuten. ( Die Frage, was noch mit dem angebrochenen Tag angefangen werden sollte, hatte sich hiermit erübrigt). Bis der Automat wieder voll funktionstüchtig war, mussten wir noch weitere 15 min warten! Ja wir standen noch in der Schlange, da wir leider auf unserem Pfand angewiesen sind! #zuvielgegönnt

Auf dem Rückweg hielten wir bei den sogenannten „silent people“. Es handelt sich dabei um „Vogelscheuchen“ ca 1.200 Stück, die mit gespendeten Klamotten bekleidet wurden. Die Köpfe bestehen aus Heu, welches direkt von der Wiese auf der sie platziert sind, geerntet wurde. Der Künstler selbst, hat keine genaue Interpretation für diese Art von Kunst, und überlässt somit jedem seine eigene. Einmal im Jahr werden diese Figuren entkleidet und so stehen dann mehr als 1000 Kreuze auf dem Feld! Es herrscht eine sehr mystische Stimmung dort!

Der Regen ist nun (endlich) eingetroffen und unser tolles Tarb schützt uns ( hoffentlich weiterhin ) vor Wind und Regen! Die Temperaturen sanken rasch auf 16 Grad! Aber es geht ja immer noch tiefer…

Immer der Nase nach 02.08.18

Da für die nächsten Tage Regen angesagt war, kombinierten wir unsere Intelligenz und spannten fachgerecht unser tolles Tarp. Diesmal kamen wir sogar auf die Idee, frühzeitig Holz zusammen, damit dieses nicht nass wird #sogarwirkönnenausfehlernlernen.

Heute mal mit Leichtgepäck für die Packesel, ging es zum Ausgangspunkt unserer Tagestour. Am Parkplatz angekommen wurde klar, dass diese Route wohl sehr beliebt zu sein scheint! Wir ergatterten einen der letzten Parkplätze. Schon während der Fahrt hatte Lukas festgestellt, dass er seine, für die stabile Trittsicherheit verantwortlichen Einlagen, „daheim“ liegen lassen hat und somit das Innenleben seines Schuhes eben so flach ist wie seine Fußstellung #plattfuß. So watschelten wir entlang eines Schlauchsees, dessen Seitenwände an manchen Stellen bis zu 50m hoch sind. Das Wasser in und um Hossa rum, gilt als eines der reinsten in Finnland (nur unser See ist mal wieder ganz schön dreckig). Um auch unseren Zuschauern etwas bieten zu können, versuchten die Natur Nachwuchsmodells vor jedem möglichen Blickfang, in der optimalen Pose zu glänzen (leider gibt es genügend Winkel die zu unvorteilhaften Fotos führen). Doch durch den enormen Einsatz des Fotografen, der sich jeder Bodengegebenheit anpasst, wird dann doch auch jedes 100te Bild mal was. Die Sichtung der geschossenen Fotos, sorgt am Ende des Tages immer für großes Gelächter und ein radikales Minimieren der Fotoauswahl.

Durch den Donner fühlten wir uns doch ein wenig gehetzt, unsere peinliche Pfannkuchensauerei zu beseitigen, bevor der angesagte Regen auf uns nieder prasselt. Wobei der Regen auch eine super Vorwäsche für das fettige und angebrannte Geschirr wäre.

Wir hoffen darauf, dass unsere Zelte besser gestellt sind und Lucca diesmal nicht in Seenot gerät.

„Künstler sind Leute, die etwas tun, für das sich andere Menschen schämen würden“ -by Georg Baseliz 01.08.18

Mittlerweile ist das morgendliche Bad im kühlen See, kaum noch weg zu denken und für uns wie ein Kaffe am Morgen! Ein absolutes Muss und dadurch wird man erst richtig wach!(und das ganze sogar ohne großes Geschrei).

„F(r)isch“ „geduscht“ ging es dann also auf die lange Reise nach Kuusamo (täglich grüßt das Murmeltier) um für Lucca einen neuen Stuhl zu besorgen! Doch aufgrund der Erfahrung, die Lukas mittlerweile ja schon hat, wussten die wahrhaftig Warmwasser waschbedürftigen Wildcamper den direkten Weg zum Sportartikelausstatter des Vertrauens.

Auf der Jagd nach Mitbringseln für die Angehörigen, stießen wir auf einen gemütlichen Shop. Dort gab es von handgetöpferten Utensilien, bis hin zu ausgestopften Tieren ( den Bären hätten wir uns fast aufs Dach binden lassen ) ois. Wir bekamen dort einen finnischen Kaffe ( leicht säuerlich) und die Möglichkeit, unser Tiervertreibungs-Waldbeschallungsgerät aufzuladen!

Auf dem Rückweg brausten wir an einem kleinen unscheinbaren Schild „Galeria“ vorbei. Lucca setzte alle Hebel in Bewegung und wendete unmittelbar auf der Landstraße. Man muss dazu sagen, dass die Straße sehr schmal angelegt wurde und er sich die bescheidenste Stelle (vor einem Hügel) ausgesucht hatte. Mit „leicht“ erhöhten Puls aber wohlauf rollten wir in die Einfahrt, die zu einem riesigen Ausstellungsplatz umfunktioniert wurde! Wir hatten erst bedenken, da niemand zu sehen war. Die Deutschen fassten allen Mut zusammen und gingen auf die Holztüre zu! Ein Mann ( wie man sich einen typischen finnischen Typ vorstellt ) öffnete uns überrascht die Pforte und textete uns direkt auf der Landessprache zu ( leider blieb er schweigsam als er erfuhr, dass wir nur Englisch sprechen).

Seine Galerie ist in zwei etwas in die Jahre gekommene Zimmer aufgeteilt und stellt seine kreativ kuriosen Kunstwerke aus! Der Mann macht es sich zur Aufgabe, aus Dingen die eigentlich in den Müll gehören, wahre Schätze zu zaubern. Es scheint, dass es seine große Leidenschaft ist, Kühe in vermenschlichten Situationen darzustellen. Diese bestehen aus Alltagsgegenständen, die er färbt und verformt bis sie die richtige Gestallt annehmen. Nach diesem Prinzip werden alle seine Gestalten erschaffen. An den Wänden befinden sich zahllose Gemälde, die entweder ihn oder andere Personen ( manchmal auch etwas freizügig ) und Tiere in der finnischen Umgebung aufzeigen. Dies hat einen ganz eigenen Flair und ist eine individuelle Art von Kunst, die sogar uns Kunstbehinderten zum Nachdenken angeregt hat. Für alle die sich in die Nähe von Kussamo verirren, ist es lohnenswert einen kurzen (oder auch längeren) Stop in seiner Galerie zu machen (aber nur bares ist wahres). #lukashateinenfacebookfreundmehr. Und für alle die es zeitlich nicht schaffen seine Ausstellungsstücke zu bewundern, haben hier die Möglichkeit auf seiner Facebookseite vorbeizuschauen –> 100 taulun Galeria. ( wir haben da vorallem an Urs und Regine gedacht).

Das Wetter in Finnland ist seit Wochen sehr warm. Dadurch ist die Gefahr eines Waldbrandes ungemein hoch! Aus diesem Grund wollen wir nicht zu weit weg von Alis-Gefährt sein und haben unsere Touren dementsprechend angepasst. Wir bauten schon im Voraus unser Obdachlosenstüberl auf und werden von da aus unsere Tagestouren starten.

Einfach mal durchhängen 31.07.18

Zu diesem Moto, machten wir es uns heute zur Aufhabe die ( immer mitgeschleppte ) Campinghängematte, endlich mal aufzuspannen. Dumm und Dümmer kamen mit der Aufhängung ( die ja ach so einfach zu montieren sein soll #Probstoviola) nicht wirklich klar und so versuchten wir die Matte irgendwie zu spannen. Natürlich probierte der stabile Stuhlbrecher in einem unbeobachteten Moment die „fertig“ angebrachte Hängematte aus. Doch so durfte er von unten aus feststellen, dass der Knoten wohl nicht fachgerecht angebracht war ( oder er mal wieder zu schwer für solche Späßchen ist) und dass, obwohl er dasNaturfitness zum wiederholten Male nutze! Die lustlose Leseratte hatte dagegen die Mitgliedschaft im „Ein-Hantel-Studio “ mit einem schadenbewussten Lächeln gekündigt und verbringt so die meiste Zeit im Campingstuhl. Der Fluch des brechenden Stuhls, wurde zur Abwechslung mal auf den scheinbar doch sportbedürftigen übertragen. Zum Glück sind wir mittlerweile geübt im Sitzgelegenheiten ( kurzfristig ) reparieren. Hoffentlich gibt es ab dem 10ten gekauften Stuhl, einen Gratis.

Bei der gestrigen Betriebsfeier, machten sich die extremen Temperaturunterschiede von tagsüber 31 Grad und nachts 8 Grad stark bemerkbar, sodass der vorgegeben Dresscode nicht einhaltbar war.

Mal wieder stand das Wäschewaschen ganz oben auf dem Programm. Man muss dazu sagen, das diese Prozedur viel Zeit und Mühe in Anspruch nimmt und dafür das Ergebnis fast so dreckig ist wie unser Humor. Aber zum Glück riecht sie frisch! #wirtreffenehkeinemenschen

Da der nächste Supermarkt 1 1/2 h von uns entfernt liegt, wurde gestern ein Großfamilieneinkauf gemacht ( sollte sogar mal 3 Tage reichen). Die Schwierigkeit liegt darin, ohne einen Kühlschrank auszukommen! So gibt es am Tag des Einkaufs Fleisch mit Fleisch und die restlichen Teile vegetarische Kost! Dass stellt uns vor das größte Problem, da uns keine Rezepte außer „Beilagen“ einfallen. So gab es heute einen halben Kilo Milchreis für die fleischvernatischen Ferienfinnen!

Mit Hilfe von Kartenspielen, werden die Reste der Betriebsfeier gekillt!

Auf der Suche nach den Spuren des Bären 29.07.18

Diesmal hatten wir es einfach, da wir unsere Tour direkt vor der „Haustür“ starten konnten. Voller Vorfreude machten wir uns auf den Weg ins Ungewisse. Quer durchs Unterholz, versuchten wir uns durch den finnischen Dschungel zu schlagen und dabei die Orientierung nicht zu verlieren #stattkompassgooglemaps. Gar nicht so einfach in den Tiefen des Waldes, wo jeder Baum dem anderen gleicht nicht in Panik zu geraten. Der zusätzliche Gedanke an Bären und Co. erleichtert die Situation nicht unbedingt! Auch wenn man sie nicht sieht, weißt du, dass sie dich dafür wahrnehmen und wittern. Als kleine Zusatzinformation: Kuusamo gilt als das bärenreichstes Gebiet Finnlands. Immer auf der Suche nach Spuren eines Bären (Kratzspuren, Pfotenabdrücke und Kot) ging es immer weiter ins Nichts. Wir entdeckten auf einem Felsen ein großen Tierschädel (den Lucca unbedingt mitnehmen wollte), sowie Skeletteile von Rentieren. Zumindest vermuten wir das. #zumglücknochnichtunsere. Aber wir haben uns ausgiebig über das richtige Verhalten bei einem Kontakt mit Bären informiert. Angekommen an einem See (was sonst) verbrachten wir eine Stunde damit den richtige Ort zu finden, um uns auszubreiten . Der ausgewählte Platz schlug auf wenig Begeisterung, denn das Gestrüpp steht so hoch, dass es schwierig ist irgendwo ein Sitzplatz zu finden.

Um uns etwas zu beschäftigen, reisten wir ins Kindergartenalter zurück und bastelten was das Zeug hielt. Da wir nun seit fünf Wochen unterwegs sind und nur wenig Kontakt zu Menschen haben, schnitzten wir uns ein neues Gruppenmitglied: „Theodor“. Er ist ähnlich schweigsam wie wir… Auch Lucca ließ seiner Kreativität freien Lauf (siehe Anhang) #wirschämenunsfürnichts.

Wir bleiben dann doch lieber beim Original! 28.07.18

Die Nacht verlief zum Glück für denn kranken, kurzzeitig kotzenden Kerl,recht friedlich. Ein Problem kommt jedoch selten alleine und so kündigte sich das zweite an. Auf der Suche nach geeigneten Stämmen für das geplante Floß, wurde Lucca (direkt am Pickel) von einem unbekannten fliegenden Etwas gebissen und klagte erst mal nur über schmerzen. Wir begannen nichts ahnend das Frühstück bis die morgendliche Idylle von Lukas dreckigen Gelächter durchbrochen wurde. Das Gesicht des Gebissenen schwoll auf gefühlt das doppelte an! (erst war unklar ob dies nicht doch durch die rapide Gewichtszunahme kam) Die Lösung lag jedoch auf der Hand, da sein Gesicht wieder in die Ursprüngliche Form zurück ging.

Wir informieren uns im Internet über mögliche Aktivitäten in Kuusamo und stießen auf eine abscheuliche Art, wilde Tiere ( Bären, Füchse, Luchse) beobachten zu können. Diese leben jedoch nicht in ihrer ursprünglichen Umgebung sondern in Käfigen und dienen als reine Touristenattraktion. Finnland hat wohl doch auch eine negative Seite die wir in keiner Weise irgendwie unterstützen wollen. #nurwildetieresindglücklichetiere. Deshalb fuhren wir zu einer Rentier-Huskyfarm, um unter hoffentlich besseren Bedingungen näher an die faszinierenden Tiere zu gelangen. ( Lucca kippte sich noch vor der Tür eine Flasche Wasser über die Hose, damit das ganze auch noch peinlicher wird). Angekommen sahen wir aber nur ein Privathaus. Skeptisch und mit nasser Hose klopften wir an der Tür und ein Mann in Jogginghose öffnete uns. Wir mussten feststellen, dass die Farm nur im Winter geöffnet hat und wir den weiten Weg um sonst gefahren sind #nichtsneues.

Daheim angekommen pumpten wir unser Ersatzfloß auf und stürzten uns in die Fluten. ( siehe Anhang ). Auch hier hatte Lucca aufgrund seiner etwas geringen Körpergröße Probleme voran zu kommen.

Der wieder „fitte“ Wildcamper besuchte das Naturfitnessstudio und Lucca startete einen neuen Versuch mit seiner Angel. Nach einiger Zeit hörte man aus dem Wald ein aufgeregtes Geschrei. Er hatte endlich einen Fisch am Haken und brachte ihn ( nicht mehr ganz lebendig ) stolz zum Camp. Mit professionell geübten Schnitten wurde der Fisch entnommen und zum Verzehr geeignet zubereitet. Keiner war sich sicher, ob die Galle bei dem Gemetzel beschädigt wurde. Doch der Fisch schmeckte in der Salzkruste fantastisch wenn auch ein wenig klein (23 cm). Daher ergänzen wir das abendliche Grillen mit 9 Schweinen und 4 Hühnern. Zufrieden und gesättigt genießen wir den Abend am (Mini) Feuer.

Morgen geht es dann das erste mal für mehrere Tage in die wirkliche Wildnis Finnlands. Ohne gekennzeichnete ( oder vorhandene ) Wege hoffen wir auf ereignisreiche Tage und ein heiles zurückkommen.

Opps he did it again… 27.07.18

Der seltsame schwergewichtige Stuhlbrecher hat wieder zugeschlagen! Und so befindet sich der 4. Gesäßhalter auf dem kuriosen Friedhof der Campingstühle. Der letzte hatte mit allerlei Stützen und Tapepassagen sein bestes versucht, doch ist unter dem massiven Gewicht mal wieder zusammengebrochen… Schade Lukas hatte sich schon fast an die Buddha Sitzpostion knapp über dem Boden gewöhnt. Falls die Frage aufkommt warum wir jedes Mal auf billig Materialien zurückgreifen, Finnland besitzt keine auffindbaren Campingläden. Das ganze ist dadurch ein Spiel gegen die Zeit.

Wir nutzten die freie Zeit um nach neuen Spots für geeignete Aufnahmen zu suchen. Der „zufällig“ auf dem Weg liegende Italiener wurde natürlich nur wiederwillig angenommen #mangönntsichjasonstnichts. Mit neuem Campingstuhl und geschossenen Bilder ging es dann zurück zum Basecamp.

Um selber mal den Überblick zu behalten was schon alles zu Bruch gegangen ist, haben wir eine kleine aber feine Bestandsliste zusammengestellt:

Stuhl 1 –> Übergewicht

Stuhl 2 –> siehe Stuhl 1

Stuhl 3 –> siehe Stuhl 2

Stuhl 4 –> siehe Stuhl 3

Lukas’s Zelt –> durch die abgerissene Schnur am Reißverschluss, lies sich das Zelt nur schwer öffnen und da er nicht der Geduldigste ist, riss das Fliegengitter entlang der Öffnungslinie (Tape hat auch hier sein Nutzen).

Isomatte –> Übergewicht

Campingtisch –> aufgrund des Kochens stark deformiert und ein klitze kleines Loch wegen der Mückenkerze

Topfdeckel –> vor dem Autohaus ist der Glasdeckel beim öffnen des Kofferraums herausgefallen und direkt vor den Neuwägen in Tausend Teile zersprungen. Jap war gut peinlich…

Ali’s Gefährt –> hin und wieder mal ein paar Wehwehchen. Hält sich aber wacker!

Um sich gegenseitig nicht umzubringen, sind wir zu dem Entschluss gekommen mal wieder eine kleine Auszeit von einander zu nehmen. So machte sich Lucca auf den Weg, um neue Seen mit dem Blinker nach Fischen abzusuchen. Er hatte jedoch mal wieder kein Glück gehabt. Trotz des zwischenzeitlichen Kurztrips zum nächsten See, blieb der Erfolg aus.

Dr. Sommer kam heute auch mal wieder zum Einsatz, da es ein kranken Wildcamper im Lager gibt. Er verschrieb zum Abendessen: Trockenen Reis um den Magen nicht weiter negativ zu beanspruchen. Zusätzlich Bettruhe ohne Bett.

Die Wolken hängen heute genauso tief wie die Stimmung.

Alles perfekt! Oder doch nicht? 26.07.18

Zum gestrigen Abend: wir hatten uns dazu entschieden, für unsere Verhältnisse früh schlafen zu gehen und so legten wir uns in die Zelte, welche in einer 45 Grad Schiefenlage aufgestellt wurden. Lukas hatte einige Versuche gebraucht um seine Isomatte an die Schräglage anzupassen. Die scheinbar perfekte Position wurde ihm zum Verhängnis! Die Luft strömte aus allen Nähten und so lag er auf dem verwurzelten Boden. Er versuchte Lucca aus seinem Halbschlaf zu reißen, um ihn für eine Reparatur der Isomatte zu aktivieren. Doch seine monoton verschlafende Antwort animierte niemanden. Am Boden zerstört, versuchte Lukas sich den Gegebenheiten des Geländes anzupassen und so zu nächtigen. Er wachte mit einem S-Rücken und einer leicht nach vorne stehenden Schulter auf.

So fiel das geplante Floßbauen heute aus (der letzte Versuch hätte unser Körpergewicht nicht stemmen können) und wir machten uns auf den Weg zu Finnlands „Tschibo“, Primsa. Wegen des All-round Konzeptes gibt es leider nur eine geringe Auswahl und diese relativ billig… Zur Info Lukas ist 194 cm groß und liegt nun auf einer 183 cm großen Isomatte #mankannsichjavorstellenwiedasaussieht. Die zusätzlich neuerworbenen Luxusartikel (Luftmatratzen) passen leider wegen der Breite nicht ins Zelt (immerhin die Matratzen), hätten wir mal davor abmessen sollen… Und werden wohl morgen als Ersatzfloß dienen müssen.

Unser Naturparadies eignet sich auch als guter Angelspot. Jedoch hat sich Lucca’s gefangener Fisch kurz vor dem Beweisfoto vom Haken gelöst. Wir hoffen auf einen neuen guten Fang.

Apua! Apua! Es gibt wieder Rentiere 25.07.18

Gestern Abend kochten wir die zweite Runde Seewasser auf, um während der heutigen Tour kühles Wasser trinken zu können ( absoluter Luxusfaktor). Jedoch wurde die eigentlich geplante Wassermenge durch ein kleines Missgeschick „minimal“ verringert. Wer die Schuld des Vorfalles trägt, hat Richterin Barbara Salesch noch nicht entschieden. Die Verhandlungen laufen noch. Da der Gaskocher etwas schief stand und auch der Topf nicht optimal platziert wurde (vorzeitiger Kompromiss), fiel dieser auf das Handy von Lucca. Der geschockte gehbegeisterte reagierte sofort und schnappte sich das betroffene Smartphone. Doch aufgrund der übertriebenen Schnelligkeit, flutschte es aus seinen Händen direkt in den See. Dank seiner heldenhaften Hülle hat es das spontane Abtauchen unbeschadet überlebt #propstothelifeproofcase. Lukas Verbrennungen 4ten Grades an der Hand, rutschten dabei in den Hintergrund und so musste er ohne Mitleid mit den Schmerzen klarkommen. Im Informationszentrum gab es zum Glück genügend Steckdosen um jegliche Elektrogeräte zu laden. So wurde aus einer Handzahnbürste eine Elektrische. Unser nächster Nationalpark liegt etwas nördlicher und damit wieder im Rentierzuchtgebiet. Das macht die ganze Sucherei nach einem neuen Schlafdomizil etwas erträglicher. Wir haben heute an einem potenziellen Platz „Hausrentiere“ gesehen, die seelenruhig am Strand neben einem Mann gelegen haben, der seine Boote auf Vordermann gebracht hatte. #zumstreichelnnah“Relativ“ schnell fanden wir heute unseren Zeltplatz. Der einzige Haken: 57 Kilometer zum nächsten Supermarkt. Dementsprechend teuer sind dort die Preise. Hier ein paar Beispiele:

  1. Ayinger Bier: 4€
  2. Zahnpasta 6€
  3. Packung Nudeln 2,50€

Trotzdem wurde (leider) nicht an Lebensmitteln gespart. Heute war es das erste mal richtig eng mit dem Tank, denn wir hatten noch 60 Kilometer übrig und die nächste Tankstelle war 50 Kilometer entfernt. Zudem benötigt unser Gefährt Motoröl. Die Suche gestaltet sich schwieriger als gedacht, da Tankstellen grundsätzlich ohne menschliche Arbeiteskräfte geführt werden und das Werkstätten auf Googlemaps scheinbar nur in Amerika vorhanden sind . Hoffen wir mal das Beste!

Bewertung des Rukua-Nationalparks:

Natur:

  • Geologisch sehr interessant
  • Abwechslungsreiches Gelände
  • Toteiskessel perfekt zum Baden und Wasser abkochen

Schwierigkeit:

  • Etwas hügelig aber gut machbar

Dauer:

  • Zwei Tage

Gastfreundlichkeit:

  • Sehr freundlicher Touristeninformant
  • Gut ausgeschilderte Wege
  • Leider keine Außengrillplätze und Sitzmöglichkeiten an unseren Zielorten
  • Behindertengerechte Toiletten vorhanden

Oh du schönes Finnland 24.07.18

Nach der Übernachtung auf dem 1 3/4 Sterne Platz, machten wir uns zur Abwechslung mal überpünktlich mit gepackten Rucksäcken auf den Weg zum Nationalpark. Angekommen und perfekt vorbereitet stapften Captain Hinkebein und Humpelstilzchen los, doch schon nach kurzer Zeit durfte der Wandersmann Lucca feststellen, dass sein Gang ungewohnt angenehm verläuft. Er schaute an sich hinab und ahnte, dass seine Wanderschuhe wohl in Ali’s Gefährt sein müssen. Mit passenden Schuhen ausgestattet, wagten wir einen weiteren Versuch.

Wir machten uns auf die Socken, den gigantischen Sandberg zu erklimmen. Entlang von Dünen und kleinen Seen strebten wir unser Mittagsziel an. Der Touristeninformant garantierte uns völlige Ruhe und Einsamkeit. Doch die Geräuschsexperten entnahmen ein ungewöhnlich hohen Stimmklang aus Finnlands Natur, den sie trotz ihres breit gefächerten, naturbiologischen Wissen, keiner Tierart zuordnen konnten. Es handelte sich dabei wohl um die weiterverbreitete Spezies: Kinder! Und dort gleich hunderte von ihnen auf einem Haufen, die zusammen einen Geburtstag feierten. So mussten wir unser Mittagessen auf dem Boden verbringen und dem Schatten hinterher kriechen.

Da es heute an die 30 Grad hatte und wir mit unserer 0,7er Wasserflasche nicht optimal hydriert waren, durften wir am Ende der Rute erst mal Seewasser abkochen. Dabei wurde die Geduld auf eine Probe gestellt! Es hat Jahre gedauert bis das Wasser trinkbar war, ohne sich den Mund zu verbrennen. Unser eigentliches Tagesziel befand sich in der Mitte der Strecke. So hielten wir an einem „geeigneten“ Camp an. Doch die angekommenen, ausgehungerten Anglerfreunde mussten zu ihrem Pech feststellen, dass es keine vorhandenen Sitzmöglichkeiten gab. Die sibirischen Packesel entschlossen sich dazu, ein Schutzcamp weiter zu ziehen. Gereizt stellten die stark schwitzenden, sitzbedürftigen Sportsfreunde jedoch fest, dass es sowas wie eine „Bank“ an diesem Tag wohl nicht mehr geben wird. So fand auch die zweite Mahlzeit wieder auf dem Boden der Tatsachen statt, diesmal jedoch auf einem Steg mit rundum Blick auf den See. Zum Glück entdeckten wir eine geeignete Stelle um die Gemüter ab zu kühlen.

Der morgige Streckenabschnitt wird dadurch wohl etwas kürzer als geplant. Auf Grund dessen wird die Urlaubskasse ungeplant zusätzlich strapaziert.

Standard weicht, Spaß bleibt! 23.07.18

Zu unserem Sortiment der kaputten Gegenstände gehört neben dem mittlerweile 4. gebrochenen Campingstuhl, ein durchgeschmolzener Campingtisch. Wir haben lange überlegt wofür das durchgeschmorte Loch ein Nutzen haben könnte und sind zu keinem Ergebnis gekommen. Habt ihr da vielleicht eine Idee? Lukas 4. Campingstuhl wird inzwischen mit viel Tape zusammengehalten, sodass er einigermaßen besitzbar ist. Jedoch befindet er sich schon fast in der stabilen Seitenlage (was sich für einige Abende schon als ein Vorteil erwies). Doch ist für den Bruch der Stühle einzig und allein sein Gewicht verantwortlich (obwohl er nichtmal liest).

So machten sich der schwergewichtige sorgengeplagte Stuhlbrecher und sein etwas leichterer Sumoringerfreund auf den Weg, mit kurzen zwischen Stopp zum snäggen, zum nächsten Nationalpark Rokua. Lucca wagte es sich kurz auf das Klo zurück zu ziehen und lies Lukas damit an der ungeschützten Front zurück. Er versuchte mit einigen strategischen Zügen nicht auffällig in der kahlen Empfangshalle zu wirken, jedoch fiel er genau ins Visier des überaus eifrigen Touristeninformantem. Nachdem er an Lukas zittrig ängstlicher Stimme bemerkte, dass er wohl nicht aus diesem Lande stammt, traf er mit der Frage:“ kommst du aus Deutschland?“ direkt ins Schwarze. Somit wurden wir (zur Abwechslung mal) ausführlich über den Nationalpark informiert. Wir erfuhren, dass die morgige Route in dem zum Nationalpark des Jahres 2018 gewählten Naturschutzgebiet verläuft. Der gigantische Sandberg, den wir morgen besteigen werden (die Tiefe des Sandes mißt an manchen Stellen bis zu ca. 100 Meter) ist ein Ergebnis, der damaligen Eiszeit. Durch die großen Eisbrocken die in der Sanddüne steckten und später erst schmolzen, sind heute nur noch sogenannte „Toteislöcher“ übrig und manche von ihnen sind sogar begehbar. Durch den Sand und das wenige Wasser sind nur wenige Kleinpflanzen im Stande, in dieser Umgebung zu wachsen. Da es dort auch keine Rentiere gibt, ist dies die optimale Zone für die „Rentierflechte“. Diese soll das komplette Gebiet weitreichend bedecken. So genug Infos für heute, wir wollten nur auch mal was kluges sagen.

Um möglichst nah am Startpunkt unser Camp aufzuschlagen, beschlossen wir heute unsere Ansprüche nach unten zu schrauben und zelten jetzt an einem weit unter unseren Standard gelegenen Platz. Die große Begeisterung über die Übernachtungsmöglichkeit wurde durch den (mal wieder) plötzlichen Regenfall dick und fett unterstrichen. So wurden Gaskocher und co. im Regen stehen gelassen. Funktionieren aber noch 👏🏾👏🏾

Da unsere Hygiene sowie so schon jegliche Vorschriften missachtet, machte es heute auch nichts das Geschirr zwischen Schilf und Seerosen „abzuspülen“. Zumindest sieht es wieder sauber aus!

Auf Regen folgt immer Sonne ☀️ 22.07.18

Wir haben uns heute mal die Zeit genommen, um unsere Beiträge durchzulesen und festgestellt, dass jeder zweite Beitrag den falschen Monat beinhaltete #propstolucca! Zu seiner Verteidigung meinte er, er habe das Zeitgefühl komplett verloren. Sind wir doch alle mal froh, dass er überhaupt weiß, in welchem Jahr wir leben👏🏾

Zurück zum außergewöhnlichen, aufregenden Alltag. Die bereits erwähnte Plane, hat uns gestern Abend unseren trockenen A**** gerettet! Keiner konnte sich jedoch das Ausmaß des finnischen Monsuns ausmalen. Es kübelte wie aus Eimern, doch unter unserem sicheren Tarb konnte uns das Wetter gar nichts! So war es uns sogar möglich, ein kleines Feuer unter den dichten, dunkelgrünen Dachdeckel zu entfachen. ( die Bilder sind übrigens nicht bearbeitet, es war wirklich so düster )

Aufgewacht in einem Orkan der Stärke 30, kämpften wir uns zu unserem vermeintlich sichrerem Obdachlosenstüberl. Es war kein Gespräch möglich, da die peitschende Plane uns unhöflicherweise immer ins Wort viel. Mit einer Hand am Müsli und der anderen an der wegfliegenden Schutzplane ( genossen ) wir unser Frühstück. In weiter Entfernung, konnten wir schon Luccas verteile Kleidungsstücke sehen. #zugeizigfürwäscheklammern.

Wir ließen unser Schutzcamp im Stich und suchten Unterschlupf in einem 180 Grad Panorama Café #schleichwerbung. Wahnsinns Ausblick und der Café war preislich und geschmacklich in Ordnung. Da die letzten Tage wenig auf ausgewogene und gesunde Ernährung geachtet wurde, gönnten wir uns diesmal den Luxus: Gemüse! Vollkommenes Neuland. Und es schmeckte sogar den italienischen Fertiggerichtekochern. Auch wenn das Fleisch in der Verpackung ein bisschen wie Gehirn aussieht! Doch zum Glück kommt es durch das Braten doch noch irgendwie in Form ( im Gegensatz zu uns ). Deshalb machte Lukas heute mal wieder das improvisierte Sportworkout und versuchte die lustlose Leseratte Lucca vom Campingstuhl ins Waldfitness zu ziehen. Vergebens! So wird sein Bauch immer mehr und das Buch immer weniger! Aber wer nicht will, der hat schon. Zitat: ich hab’s eh nicht nötig! by Lucca Hofmann.

Der heutige Plan, mit einem selbst gebauten Floß den See zu durchqueren, musste wegen dem hohen Wellengang leider ins Ungewisse verschoben werden.

Zum Glück funktioniert unsere voll naturelle Wasserkompostieranlage so gut, dass wir morgens nicht bis zum Hals in Essensresten stehen. ( Siehe Anhang ) Denn eine alte Fischersweisheit besagt: “ Erst mästen, dann Fangen! Das Wort zum Abend!

„Im Regen stehen wir niemals alleine“ ( Andreas Bourani „ Auf uns“ ) 21.07.18

So ist unser Ali-Gefährt nicht nur ein optimales Transportmittel um „sicher“ von A nach B zu gelangen, sondern steht auch in schlechten Zeiten an unserer Seite und bietet uns ein Dach über dem Kopf.

Da der Regen uns keine Chance gelassen hatte das Auto zu verlassen, haben wir erst in der Regenpause mitbekommen, dass Luccas Zelt dabei war wegzuschwimmen und wir gerade noch den Anker auswerfen konnten bevor es auf hoher See verschwunden wäre. So versuchten wir ( vergeblich ) einen Kanal Richtung See zu legen um den Stausee ablassen zu können. Doch konnten wir mit den vorhandenen schweren Maschinen die störenden Wurzeln nicht durchbrechen. Stattdessen bauten wir einen schützenden Damm, um das trockengelegte Boot vor dem bevorstehenden Fluten zu schützen.

Luccas Wäsche genießt derzeit einen zweiten Waschgang.

Not macht erfinderisch. Denn im Auto lässt es sich schlecht kochen! Unsere erste Idee war es, in einer der zahlreichen überdachten Bushaltestellen unsere 5 Sterne Küche aufzubauen, jedoch hat uns der Grantler vom letzten Mal gebranntmarkt. So entschlossen wir uns eine 4 mal 5 Meter große Plane aus dem „Prisma-Markt“ ( der das Tchibo Konzept erfolgreich umsetzt ) zu besorgen, um unser Obdachlosenstüberl ein wenig auszubauen. Im gleichen Zug kauften wir noch das Abendessen und eine Gasflasche ein.

Angekommen strengten wir alle ( unsere noch vorhandenen ) Gehirnzellen an und konstruierten ein praktisches, prunkvolles Planenzelt. Der erste Versuch flog uns jedoch wie erwartet um die Ohren! So besserten wir die Fehler aus ( Ja, wir können auch aus Fehlern lernen ) und schafften es nun ein glanzvoll garngespanntes Gehäuse für die kommenden Regentage zu erschaffen.

Nur der Karmagott hat es in der Hand, ob der Abend im Trockenen stattfinden wird.

Zu Besuch bei Harald 20.07.18

Gestern Abend haben wir überraschenden Gäste bekommen. ( 8 Pfadfinder ) welche sich ausführlich über die Verfügbarkeit unseres Platzes informiert haben. Dank unserer fabelhaften Englischkenntnisse, konnten wir den ambitionierten, aufgeschlossenen Ansteckersammlern vermitteln, dass wir gerade erst unser all-inklusive- Programm begonnen hatten. Doch sie kündigten sich an mit 15 oder 50 ( wie gesagt gute Englisch Kenntnisse) hervorragend herausgeputzen Halstuchträgern anzurücken und den Nachmittag mit einigen gemeinschaftlichen Aktivitäten zu verbringen.

So machten wir uns für den Tag aus Staub ( das Auto sieht innen und außen dementsprechend aus ) und besuchten die „schöne “ Stadt Kuopio ( die mal wieder im Internet von ihrer Schokoladenseite gezeigt wurde). Als typisch tadellos tollpatschiger Touri, stellten wir unser Auto im Parkhaus ab und begannen unsere Erkundungstour. Schnell machte sich bemerkbar, dass das kulturelle Kuopio über einige kostenfreie Stellplätze verfügt #dummheitkostetgeld. So schlenderten wir an der nicht vorhandenen aber erhofften ( mal wieder) Seepromenade in Richtung Innenstadt.

Durch Lukas rießiges Interesse sich ständig und überall weiterzubilden, entdeckte er ein Naturkundemuseum, wo er den anderen wahrhaftigen wissensdurstigen Wildcamper hinein zog. Ein kostenfreier Eintritt erleichterte jedoch die Entscheidung, sodass wir uns in Ruhe mit Finnlands Natur und deren Tierwelt befassen konnten. Es stellte sich als doch sehr interessant und informativ heraus, auch wenn alles auf Finnisch war.

Auf der Suche nach einer Möglichkeit ordentlich zu schlemmen, stoßen wir auf ein skandinavisches Wikingerrestaurant „Harald“ welches sich mit einen vergünstigten Angebot des Tages in dem Vordergrund stellte. Es überzeugte mit einem auffällig außergewöhnlichen Ambiente und lies einen in die vergangene Wikingerzeit zurückreisen. Wir wurden mit einem deftigen Essen und dem hausgebrauten Bier aus dem gekühlten Tonkrug verwöhnt. Skål!!

Die pfiffig pfeifenden Pfadfinder hatten zum Glück keine Spuren hinterlassen und wir konnten uns auf das anstehende Gewitter ( voraussichtlich die nächst 4 Tage ) wappnen. Zum Glück hat Lucca seine Wäsche gewaschen und diese darf wegen des anstehenden Regens draußen bleiben.

Man sieht sich immer zweimal im Leben 19.07.18

Unsere anfängliche Euphorie über den gefunden Platz verflog relativ schnell nach Aufstehen, da wir unsere Zelte (mal wieder) in mitten eines Wendekreises/ Bootsabladestelle aufgebaut hatten. Gefühlt halb Finnland rückte an, um ihr Boot zu Wasser zu lassen. Der Südwesten Finnlands stellte sich als sehr besiedelt heraus und die Tierfront schwindet langsam aber sicher. So beschlossen wir unseren detailliert geplanten Reiseablauf (hätten wir mal machen sollen) komplett über den Haufen zu werfen und wieder in nördlichere Regionen zu fahren. So waren es zum Glück nur zig Tankladungen, die wir umsonst verfahren haben.

Bevor wir losfuhren, gönnten wir uns den Luxus von einem Müsli, dass sich jeder zur Abwechslung mal selbst heraussuchen durfte. Hier war besonders Lucca’s Zucker Defizit der letzten morgendlichen Schlemmereien, stark auffallend da Lucca seine Chance nutzte und zur nächst besten Kalorienbombe griff.

Frisch gewaschen (selbst Lukas Wäsche) #zumindestriechtsiefrisch und motiviert traten wir unsere Reise ins Ungewisse (gesetzte Stecknadeln auf Google Maps) an. Jedoch war beiden eigentlich bewusst, dass die lonely Island nur 2 Stunden entfernt liegt #immerhinkürzeralseinefahrtzumeinkaufen. So klapperten wir Standort für Standort ab, doch jedem war klar wo unsere Fahrt enden sollte. Wie der Zufall es wollte, schlugen wir unsere Zelte an einem uns bekannten Ort auf.

Zu Feier dieses Anlasses, wollten wir mit einem aufwendigeren Essen dem Abend einen Höhepunkt setzten. Die Idee: gefüllte Pfannkuchen mit Gemüse und Schinken. Klingt gut war es aber nicht. Kleiner Tipp: gehe nie ohne Übersetzungsapp einkaufen! Doof und Dümmer hatten unwissentlich Roggenmehl gekauft und ahnten nicht was damit auf und zukommen wird.

Hier das Rezept zu Pfannkuchen á la widerlich: (Fotos ersparen wir euch) Kleiner Hinweis warum: es sieht aus wie bereits verdaut.

  • Ein Liter Milch (zuvor bitte mindestens Ein Einhalb Tage im aufgeheizten Auto aufbewahren, damit das Risiko möglichst hoch ist, dass die Milch bereits abgelaufen ist)
  • Zwei Packal Schinken (gleiche Lagerung wie bei der Milch)
  • Eine Tüte Käse (gleiche Lagerung wie bei dem Schinken)
  • Eine „Priese“ Salz
  • 6 Eier
  • Roggenmehl

Für die Füllung:

  • Klein gewürfelte Paprika (aufgeweicht, gleiche Lagerung wie der Käse)
  • Klein gewürfelte Tomaten (gleiche Lagerung wie die Paprika)
  • Klein gewürfelte Zwiebel (gleiche Lagerung wie die Tomaten)
  • Guacamole (dank Lucca dezent versalzen)

Fertig ist der Scheiß. Guten Appetit!

Da wir seit genau 4 Wochen auf großer Reise sind (hoffentlich hält Ali’s Gefährt noch weitere 4 Wochen) #scheppertnureinbisschen, erlauben wir uns heute mal ein kurzes Resümee und befassen uns mit den typischen bekannten Klischees:

Klischee 1: Teurer Lebensstil

  • Lebensmittel weichen in vielen Kostenpunkten von der deutschen Norm ab. Alkohol ist sehr teuer. Gerade Spirituosen und Wein sind „umbezahlbar“. Der Sprit ist in Finnland sehr kostenspielig und nur in großen Städten sind die Preise minimal annehmbar. Das Essengehen, stellt sich eher als purer Luxus heraus.

Klischee 2:Alle Finnen sind still und glücklich

  • Wir sind mit der Erwartung ins Land gefahren, von der Lebensfreude der Finnen überschüttet zu werden. Das können wir leider noch nicht bestätigen, da wir die Erfahrung gemacht haben, dass die Finnen ein ganz eigenes Volk sind. Doch man muss zugeben, wir haben noch nicht sehr viele kennengelernt. Jedoch ist auffallend, dass sie sehr insich gekehrt und ruhig sind.

Klischee 3: In Sommer wird es nie dunkel

  • Es kommt auf die Region an, gerade im Norden geht die Sonne gar nicht unter doch je mehr man in den Süden fährt, desto tiefer steht die Sonne.

Klischee 3: Mücken

  • Sagen wir es mal so, ohne Mückenschutz braucht man nicht nach draußen zu gehen.

Klischee 4: Skandinavische Frauen sind besonders hübsch

  • Leider haben wir anscheinend bisher noch nicht die richtigen getroffen.

Resümee:

Finnland ist ein wunderschönes Land mit tausenden Seen, welche sich meist perfekt zum Wildcampen eignen. Es gibt viele Tiere zu beobachten und die einzigartigartige Natur bringt einen jedes Mal aufs neue zum Staunen. Durch die Vielzahl der unterschiedlichsten Nationalparks ist für jeden etwas dabei. Schwer ist es, sich auf die stark unterschiedlichen Temperatur (Tags/Nachts; Norden/Süden) einzustellen. Die Insektenwelt in Finnland stellt sich als äußerst nervenaufreibend raus. Die Verkehrslage ist sehr angenehm im Gegensatz zu deutschen Verhältnissen, doch sind viele Straßen mangelhaft ausgebaut sodass ein höher gelegtes Auto von Vorteil wäre. Zusammengefasst ist Finnland aufjedenfall eine Reise wert und geeignet für alle die auf der Suche nach einem Abenteuer sind.

Hier die schönsten Momente:

Weiter geschickt und doch angekommen 18.07.18

Die gestrige Suche stellte sich als die Schwierigste bisher heraus. Wir fanden nach einer 15 stündigen Suche, um 9 Uhr morgens einen relativ annehmbaren Platz, an dem wir die nächsten weiteren Tage bis zur Tour verweilen.

Um kurz zu erläutern, weshalb die Suche nach dem richtigen Spot so schwierig ist, haben wir hier unsere Hauptkriterien aufgelistet:

  1. See- / Meerzugang ( zum Waschen von Körper, Wäsche und Geschirr)
  2. Kein Haus in der Nähe von ca. 150 Metern
  3. Ruhiger Rückzugsort jedoch Nähe zu Supermärkten
  4. Keine Überwachungskammeras, Schranken oder Privatgrundstücke
  5. Passendes Feeling

Dementsprechend stellt sich die Suche, mit zwei so unterschiedlichen Geschmäckern, als nahezu unmöglich heraus. Jedoch findet sich meist ein passender Wildcamperplatz.

Kurz bevor wir unser nicht vorhersehbares Ziel erreicht haben, waren wir in der anliegenden Tankstelle Frühstücken und träumten auf der Terrasse, von einem ähnlichen Seeblick wie diese uns bot. Zum Glück haben wir ( zum 1000 mal ) unserem Navi vertraut und dadurch eine eigenen Seeterrasse in der „Freiluft und Wellness Pension“ ergattern können. Vollkommen ohne Schlaf und trotzdem guter Laune, verbrachten wir den Tag am See und wurden durch ein unglaubliches (originelles) Nudelrezept von unserer italienischen 5-Sterne Küche verwöhnt. Jetzt genießen wir noch unser ( durch Tief-kühl Pommes ) gekühltes Bier. Diese waren günstiger und leichter zu finden als Eiswürfel.

Keine Ende ist in Sicht 17.07.18

Da wir heute morgen festgestellt haben, dass wir uns auf dem Gelände eines öffentlichen Badesees befanden und die nackte Wahrheit der älteren Menschen uns ein wenig zu viel wurde, beschlossen wir uns erneut auf die Socken (ungewaschen) zu machen. Auch die anliegende Schnellstraße und der Güterverkehr (der einzige Zug den wir bisher in Finnland mitbekommen haben) der stündlich durch die Zelte brauste, bestärkten unseren Umzug.

Wir sind extra früh losgefahren um den Tag noch an einem neuen Ort genießen zu können. Doch nix da! Der Karmagott schlug heute richtig zu. Nach dem ersten duzend Plätzen merkten wir, dass es einer Umorientierung bedarf. So spontan wie wir sind, sind wir nun auf dem Weg in den Osten Finnlands. Nach 11 Stunden Suche und 2 Mrd. Wutausbrüchen, haben wir nun die zweite Kaffeepause um 4 Uhr morgens an einem Rastplatz eingelegt. Die nicht abgespülten Tassen übertreffen noch lange nicht den ranzigen Mc Donalds, der in Deutschland niemals durch eine Kontrolle des Gesundheitsamtes gekommen wäre.

Lucca hat während der Fahrt feststellen müssen, dass er bei dem ganzen Trubel sein Adoptivkind zurücklassen musste… Es handelt sich dabei um ein verlorenes Vogelei, welches er mit viel direkter Wärme, Hingabe und Fürsorge ausbrüten wollte. Unter Tränen geht es nun voraussichtlich noch ein paar Jahre weiter auf die Suche nach einem optimalen Platz (die Unterhosen werden langsam knapp).

Und wieder grüßt das Murmeltier 16.07.18

(wir wissen, dass es täglich heißt)

Doch da wir zum Glück nicht täglich nach einem Platz ( dessen Suche sich immer schwerer gestaltet) suchen, mussten wir den Titel umändern. Aber erst mal zum Anfang.

Wir beendeten die Tour im Tiilikkajärvi-Nationalpark mit einer ruhigen Schlussroute. Nach dem inzwischen zur Normalität gewordenen morgendlichen Bad im finnischen See, gab es ein überaus grandioses ( nicht ) Trekking-Frühstück. Lucca war genauso ( wenn nicht weniger) begeistert wie an jedem Morgen.

Während des Packens unserer Sachen, verspürte Lukas ein starkes Zittern in seinen überanstrengten Beinen. Dr. Sommer stellte die Diagnose: Kreislaufversagen! Und riet ihm einen Protein-Riegel und Wasser ( immer noch gelb ) zu sich zu nehmen. Mit schlackernden Beinen bemerkten wir eine vermeintliche Abkürzung und landeten ( mal wieder ) mitten im Sumpf. Doch dank Lukas 11€ App fanden wir den richtigen Weg ( diesmal nicht auf dem Holzweg) und kamen trotz des auf die Intensivstation gehörenden Patienten, heil an Alis Pflegestation an.

Da sich unser Auto bis zum Anschlag mit Schmutzwäsche füllt, beschlossen wir zu einer nahegelegenen #finnischenähe „24 pesula“ zu fahren. Diese gibt es nur im Süden Finnlands. Angekommen mussten wir leider feststellen, dass ein Waschvorgang für 18€ nicht im Wildcamperpacket inklusive ist.

Dieses Packet beinhaltet:

  • Alis-Gefährt ( Danke an den Andi)
  • Mobile Home
  • Aufblasbares Prinzessinenbett ( Rücken und Genick verformen sich nur leicht )
  • Seeblick
  • 5-Sterne Küche ( rein Italienisch )
  • Angel-Starterpacket (ohne Garantie)
  • Gesangseinlagen während der Fahrt
  • Unfreiwilliges Sightseeing ( gerne mehrere Stunden)

Bewertung des Tiilikkajärvi-Nationalparks:

Natur:

  • Dauerhafter Seezugang
  • Sandstrand

Schwierigkeit:

  • Machbar

Dauer:

  • Locker in 2 Tagen ( genüsslich in 3 )

Gastfreundlichkeit:

  • Feuerstellen
  • Klopapier in Toiletten
  • Keine Schutzhütten

Captain Blaubeere 15.07.18

Der Morgen begann mit gestrig gesammelten Blaubeeren im Müsli. Klingt gut war es aber nicht. Wir mussten unser Milchpulver mit Teewasser anrühren, da wir Intelligenzbestien den ganzen abgekochten Wassertopf (5 Liter) mit Teebeuteln verseucht haben. Da es hier im Umland nur Seen gibt, sorgt der Tee dafür, dass der gelbliche Stich aus dem Wasser verschwindet, denn das ist die einzige Möglichkeit um an „trinkbares Wasser“ zu gelangen. #durchfallmedikamentewärenschonbereit.

Das Uncle Ben’s Mittagessen (welches die letzten Male nicht gelangt hat) wurde diesmal mit einer Tasse Reis gestreckt, sodass eine 8 köpfige Familie davon satt geworden wäre #mangönntsichjasonstnichts.

Vollgegessen und die Wampe durch den Rucksackgurt nach oben geschnallt gingen wir an einem Grad zwischen zwei Seen entlang und ahnten schon was auf uns zu kommen wird. Der nächste Part verlangte reichlich an Intelligenz und Kreativität. Zum Glück beides minimal vorhanden. Wie bereits auf der Karte zu sehen war Teil 1 und Teil 2 der Strecke durch ein längeren Seeabschnitt getrennt und grundsätzlich wohl nur mit einem Kanu zu bewältigen. Doch leider hat das Boot nicht mehr in den Rucksack gepasst, trotzdem mussten wir aber auf die andere Seite gelangen. Also Improvisierten wir, sammelten im Wald „passende“ Baumstämme und knoteten diese zu einem „Floß“ (siehe Anhang) zusammen, dass den Zweck erfüllen sollte die Rucksäcke und Schuhe trocken von A nach B zu Schiffen. Beim ersten Mal wurden die zwei Rucksäcke transportiert. #keinerwolltedererstesein. Dabei kam gerade Lucca aufgrund seiner geringen Körpergröße an seine Grenzen, ihm stand das Wasser bis zum Hals (und weit drüber), sodass einige Abschnitte geschwommen werden mussten. Aus Lucca’s unverständliche Blubbern konnte Lukas nur wenig entnehmen und zog ihn weiter mit in die Tiefe. Beim Transport der Schuhe stellte sich heraus, dass es weiter rechts vom der ursprünglichen Wasserroute nicht so tief war und wir mehr oder weniger locker ohne Getauche unsere Überfahrt bewältigen konnten. Angekommen stellte „Stiftung Warentest Extrem“ mangelhafte Verarbeitung bei Lucca’s Gepäckverstauer heraus. Sodass nach dem letzten Kilometer in Flip-Flops einiges getrocknet werden musste.

Zum Glück hatten wir unsere Wertsachen in einem Wasserdichten Seesack verstauet. Props to Fam. Kögl. Da hätte natürlich auch das Klopapier hinein gemusst, welches Lucca auf die Schnelle leider in seinen Seitentaschen gelassen hatte. #kostenlosefeuchttücher

Angekommen an dem fabelhaften Sandstrand, „genossen“ wir unsere Astronauten Chilli-con-Karne, welches mehr einer Chinesischen Suppe glich. Das Feuer fällt heute leider aus, da Finnland genauso trocken ist wie deren Humor.

Besser spät als nie … 14.07.18

Wir hatten ursprünglich angesetzt um 14:45 unsere Tour zu starten… daraus wurde natürlich ( mal wieder ) nichts. Packen und Platz aufräumen hat plangemäß funktioniert, doch dann lief alles schief was schief laufen konnte.

Pflichtbewusst wie wir sind wollten wir unseren Müll nicht in der Natur zurücklassen und dachten uns, wir werfen ihn in die nächste öffentliche Mülltonne. Doch da haben wir die Rechnung ohne den Opa im grauen Kombi gemacht. Der selbst ernannte Gesetzeshüter fuhr hupend auf uns zu und schrie uns dann irgendwelche nicht verständlichen finnischen Wörter zu. Auf englisch reagierte er nicht und so fing er an Fotos von uns und Alis Gefährt zu machen. Wir nahmen unseren nicht ordnungsgemäß verstauten Müll wieder mit und fuhren ( aus Angst vor dem Mann 😂) einen Umweg von 30 min.

Doch das war nich der einzige Umweg heute. Wie gesagt geplant war die Tour um 3 Uhr. Da wir mit unserer fabelhaften Recherche den falschen Startpunkt ( 1 1/2 h vom eigentlichen Ausgangspunkt) angepeilt haben, schafften wir es erst um 6 los zu laufen.

Vollgepackt mit dem Nötigsten ( außer Luccas Zahnbürste ) #sorryJ.H liefen wir heute entlang eines Sees und kamen an einem wunderschönen Sandstrand an. Wir beschlossen unser Zelt ( mit Seeblick ) aufzuschlagen und werden die Nacht am ersten Schutzcamp hoffentlich ohne Gewitter verbringen.

Die Statistik, dass Finnen die glücklichsten Menschen sind, wurde wohl ohne den Miesepeter gemacht!

Läuft bei uns 13.07.18

Kann man aus unserer Sichtweise nicht wörtlich nehmen, da wir unsere Tour erst morgen beginnen. Wir haben den Tag lieber damit verbracht Stunden zum einkaufen zu fahren #dergolfmachtimmernochmit und uns zur Krönung einen schmackhaften Burger geleistet #mangönntsichjasonstnichts.

Da die Temperatur ansteigen, war Lukas der Meinung sein Haarschnitt zu refreshen. Genauso knapp wie die Frisur, war auch die Laufzeit des Akkus, hat aber geradeso gelangt.

Zum Abschluss des Tages waren wir noch angeln und dann gab es Schinkennudeln. Das lange kochen des Nudelwassees gibt einem die Möglichkeit über sein Leben nachzudenken.

Genieße den Moment 12.07.18

Dass ist das was gerade zählt und auch der Grund dafür unsere Tour einen Tag nach hinten zu verschieben. Die “ almost lonley island“ hat es uns wirklich angetan und die Interessenten für den perfekten Platz, stehen auch schon Schlange.

Heute war mal ein Tag, der zu einer normalen Urzeit begann und dementsprechend voll genutzt wurde. Nach dem gelungenem ungesunden Frühstück ( zur Abwechslung mal ) sind wir 45 Minuten gefahren, um eine Zitrone für den geplanten Fisch zu kaufen. Endlich konnten wir uns davon überzeugen einen Volleyball zu besorgen, um unser vermeintliches können unter Beweis zu stellen #warderwind. Nachdem wir uns im Wasser aufgewärmt hatten, ging es nahtlos über zum improvisierten Fitnessprogramm, um auch den restlichen Körper „in Form“ zu halten.

Als wir ca 30 Meter ins Wasser gestapft sind, konnten wir unsere Angeln auswerfen um ins tiefere Wasser zu gelangen. Trotz Lukas professionellen Würfe quer über Luccas Angel, schaffte er es einen 5 Meter Barsch aus dem Wasser zu stemmen (siehe Anhang)#kleingenugdaaserwiederzurückgelassenwurde. Wir bemerkten durch denn Fang, dass wir mal wieder optimal für den Fall der Fälle vorbereitet wären. Nicht! Das Beweisfoto von Lukas und dem Fisch sorgte zwischenzeitlich für schlechte Stimmung, da Lucca es gewagt hatte die Kameraperspektive von unten zu wählen und dadurch die Frage aufkam, ob der Grund für die kaputten Campingstühle nicht doch offensichtlicher war als gedacht. Jedoch konnte Lucca ihn mit viel Überzeugungskraft vom Gegenteil überzeugen sodass einem Angelnachmittag nichts mehr im Wege stehen sollte. Da wurde die Rechnung ohne die Angel gemacht, die nicht in der Lage war, einen normalen Köder zu tragen. So mussten wir uns am Ende doch Pestonudeln machen und konnten die Fische nur aus weiter Entfernung betrachten.

Die plötzlich auftauchende Mückenplage, welche sich anhört wie eine naheliegende Formel1 Rennbahn, gab der Stille der Nacht einen völlig neuen klang. Die Alarmsignalenten (siehe Anhang) sorgen für eine noch reibungslosere Nachtruhe als die Federbetten.

Almost lonely, almost island 11.07.18

Das gestrige Schlafdomizil genügte nicht unseren stark überzogenen Ansprüchen und so packten wir unsere 720.513 Sachen sowie den neuen Klappstuhl und machten uns auf die Suche nach dem Unmöglichen.

Wir hielten kurz an einem Supermarkt um unser Frühstück (13:30) einzunehmen. Lucca hatte sich am meisten darüber gefreut, da es mal keine Haferschlonze gab 👏🏾. Nach einer erfolglosen Suche, beschlossen wir die Gemüter etwas zu besänftigen und tranken ein Kaffee an der Landstraße. Dazu packten wir die nötigen Dinge aus (auch den 10 Liter Wasserkanister) und genossen unsere wohl verdiente Pause! Da uns das klassische „Geldbeutel oder Sonnenbrille auf dem Dach Vergessen“ zu gewöhnlich war, setzten wir einen drauf 🤦🏼‍♀️. Der 10 Liter Wasserkanister fiel uns scheinbar beim Losfahren auf dem Dach nicht auf. #hochintelligentundtaub .Sodass der Wasserbehälter nun als Einzelkämpfer seine alleinige Reise antritt. Ein Grund dafür, dass wir das Herunterfallen der zukünftigen Outdoordusche nicht bemerkt haben, könnte der Stein sein der sich seit gestern zwischen der Bremse und dem Hitzblech befand. So sorgte das laute, kreischende Geräusch für eine erhöhte Aufmerksamkeit und gestaltet jede Erkundungstour zu einem peinlichen Reisetrip. Nachdem wir das Rentnerdorf „Rautavaara“ welches ein Durchschnittsalter von knapp 200 Jahren und eine Sterberate von 100% hat, 5 mal durchquerten, gelangten wir an den Platz des Unmöglichen. Eine kleine Landzunge umgeben von See, mit Sandbank im Wasser und wenig weiblichen Stechgefährten. #propstogooglemapsPs: Lukas kann sein dritten ( hoffentlich letzten ) Campingstuhl immer noch in normaler Sitzqualität genießen!

Zu schön um Wahr zu sein … 10.07.18

Unser scheinbar perfekter Ort, stellte sich an Tag 2 als ein Wendehammer für Touristen/Einheimische heraus. Gestern Abend kam Familie Rücksichtslos an unserem Platz an und parkte mit ihrem dezentem Camper direkt zwischen unsere Zelte. Auf Luccas freundlichen Hinweis, dass 200 Meter weiter ein ähnlicher Platz ist, reagierten sie verhalten. Nach vielen bösen Blicken unserer Seits, entschieden sie sich den Rückzug anzutreten. Jedoch schickten sie am Morgen ihre Kinder zum Basketball spielen an Lukas Zelt. So beschlossen wir den Platz zu räumen.

Nach einer längeren Fahrt und einem kurzen Zwischenstopp ( mal wieder einen Campingstuhl besorgen) sind wir mitten im Nirgendwo angekommen und haben unsere Zelte zwischen Mückennestern aufgebaut. Zum Glück war die Dame an der Kasse heute nicht die aller hellste und hat vergessen das Bier einzuscannen obwohl sie es rüber zog! Dies bemerkten wir jedoch erst, als wir wieder auf der Autobahn waren und genießen jetzt das Lagerfeuer mit „kostenlosen“ Bier🍻